Irans Führung gab bekannt, dass sie jegliche Kontakte mit den USA abbricht, solange im Libanon keine Waffenruhe eintritt. US-Präsident Donald Trump reagierte ungewöhnlich gelassen: Er habe Zeit, sagt er. Die bisherigen (indirekten) Gesprächskontakte seien ohnehin langweilig gewesen.
Was verursachte den Stimmungsumschwung? Es genügt ein Blick in die diplomatischen Aufzeichnungen des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi aus 2025: „Der iranische Verhandlungsstil wird allgemein ,Basarmethoden‘ genannt, was ein kontinuierliches, unermüdliches Feilschen bedeutet – Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung. Diese Methode ist ein Prozess, der große Geduld und viel Zeit erfordert. Ihn verliert derjenige, der schnell müde und gelangweilt wird“, verrät Irans Außenminister.
Das ist geradezu das Gegenteil von Trumps „Kunst des Dealens“: einschüchtern, fertigmachen, überrumpeln.
Da kann man sich ausmalen, wie schwer sich Trump, der zweimal am Tag seine Meinung ändert, mit diesem Gegner tut. Im Februar war bei den Atomgesprächen seine Geduld gerissen, und er ordnete den militärischen Überfall an. Der Iran igelte sich ein und ließ ihn ins Leere laufen.
Nun scheint Trump spät gelernt zu haben. Der „Dealmaker“ hat seinen Lehrmeister gefunden. Diese Nachhilfe kostete die USA allerdings an die 90 Milliarden, die sinnlos verpulvert worden sind. Was in New York gilt, gilt nicht im Iran.
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