Do, 24. Jänner 2019

Kampf gegen Erdogan

20.07.2016 08:00

WikiLeaks: Tausende Türkei-Mails veröffentlicht

Die Aufdeckerplattform WikiLeaks sagt nach dem Putschversuch in der Türkei nun der türkischen Regierung den Kampf an. Die Whistleblower haben mehrere Hunderttausend sensible Dokumente aus dem inneren Machtzirkel rund um Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine regierende AKP veröffentlicht. Das Material soll laut WikiLeaks auch den Weg zum Umsturzversuch nachzeichnen. Kurz nach Freischaltung eines Links, der zu den Dokumenten führt, war die WikiLeaks-Seite blockiert.

Am späten Dienstagabend schaltete die Organisation auf Twitter einen Link frei, der zu einer Art Suchmaschine auf ihrer Webseite führt. Dort können die E-Mails nach einzelnen Begriffen oder Sätzen durchsucht werden.

WikiLeaks: "Wir sind andauernden Angriffen ausgesetzt"
"Unsere Infrastruktur ist andauernden Angriffen ausgesetzt", hatte WikiLeaks bereits am Montag nach der Ankündigung, was unmittelbar bevorstehe, vermeldet. Man habe zwar noch nicht den genauen Ursprungsort lokalisieren können, doch der Zeitpunkt der Attacken lege nahe, dass es sich um türkische Regierungskräfte oder Verbündete handle. "Wir werden siegen und publizieren", betonten die Whistleblower.

Gleichzeitig baten sie die türkische Bevölkerung, sich mit Infrastruktur einzudecken, die die Zensurstellen der Regierung Erdogans nicht kappen können.

Bei dem nun veröffentlichten Material handelt es sich lediglich um eine erste Tranche. Die meisten der Dokumente sind in türkischer Sprache. Das Hackernetzwerk Anonymous kündigte aber bereits an, bei der Übersetzung zu helfen, um der ganzen Welt zu zeigen, was in der Türkei passiere.

Türken skeptisch: WikiLeaks aufseiten der Putschisten?
Die Veröffentlichung der Dokumente sorgt für heftige Debatten in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche türkische User freuen sich darüber, dass nun "endlich etwas Licht auf den Putschversuch fällt". Andere wiederum sehen den Zeitpunkt eher skeptisch und vermuten, dass WikiLeaks die Putschisten unterstützt und die Inszenierungsthese weiter forcieren möchte.

All diesen Usern entgegnete WikiLeaks, dass man weder für noch gegen die regierende AKP sei. "Unsere einzige Position ist, dass nur die Wahrheit den Weg nach vorne weist", hieß es auf Twitter. Der Mega-Leak werde allen Seiten dienen.

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