Badebetrieb gestoppt
Toter Wal vor Strand bei Barcelona angespült
Es ist ein Bild, das Anwohner und Touristen gleichermaßen schockiert hat – vor den Stränden nahe Sitges trieb ein gigantischer, bereits stark verwester Wal-Kadaver im Wasser – ein Fund, der nicht nur Badebetrieb stoppte, sondern auch eine tragische Vorgeschichte offenbart.
Wie die spanische Zeitung „La Vanguardia“ berichtet, wurde das Tier am Sonntag vor der Küste bei Les Botigues zwischen Sitges und Castelldefels von zahlreichen Badegästen und Anwohnern entdeckt und gemeldet. Der Kadaver blieb mehrere Stunden unmittelbar vor der Küste, bevor er mit einem Schlepper aufs offene Meer hinausgezogen wurde. Die Strände wurden während der Arbeiten zeitweise gesperrt, sind mittlerweile aber wieder geöffnet.
Muttertier hatte neugeborenes Kalb dabei
Der tote Wal ist eine Pottwal-Mutter. Bereits rund zehn Tage vor dem Fund wurde das Tier etwa zwölf Seemeilen (ca. 22 Kilometer) vor dem Hafen von Barcelona von der Crew eines Ausflugsschiffs gesichtet. Dabei zeigten sich laut Beobachtungen deutliche Hinweise auf einen schweren Zusammenstoß, vermutlich mit einem Schiff.
Besonders tragisch: Neben dem Muttertier befand sich ein sehr junges Kalb, das noch einen Nabelschnurrest trug. Der Kadaver zog zudem schnell Raubfische an, darunter Blauhaie, die im Mittelmeer häufig vorkommen.
Der Kapitän des Schiffs sprach öffentlich von einer „sehr traurigen Situation“. Die Bilder des Tieres wurden in sozialen Medien geteilt und dokumentierten den Zustand der Tiere bereits Tage vor dem Auftauchen an der Küste.
Vermutlich Schiffskollision als Ursache
Nach den vorliegenden Beobachtungen gehen Fachleute von einer möglichen Kollision mit einem Schiff als Ursache aus – ein bekanntes Risiko für Großwale im stark befahrenen Mittelmeerraum. Der weitere Verbleib des Kalbs dürfte laut Einschätzung der Beobachter durch Meeresströmungen bestimmt werden, es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass auch das Jungtier bald tot an die Küste gespült wird.
Erinnerungen an „Timmy“ werden wach
Der aktuelle Fund erinnert dabei in Teilen an den in deutschsprachigen Medien bekannten Buckelwal „Timmy“. Während beim spanischen Pottwal Spuren auf eine Schiffskollision hindeuten, wurde der schlechte Gesundheitszustand des in Deutschland gestrandeten Buckelwals mit einem im Maul verfangenen Fischernetz begründet.
Gemeinsam zeigen beide Fälle die Belastung großer Meeressäuger in europäischen Gewässern – insbesondere durch Schifffahrt, Fischerei und stark genutzte Küstenräume.









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