Die Preise in Österreich steigen im Mai 2026 wieder etwas stärker als zuletzt. Besonders auffällig ist dabei ein Bereich, der viele Menschen im Alltag direkt betrifft: Dienstleistungen wie Reisen oder bestimmte Serviceangebote werden teurer. Laut einer ersten Schätzung der Statistik Austria liegt die Inflation im Mai bei 3,7 Prozent – nach 3,4 Prozent im April.
Hauptgrund für den Anstieg sind die sogenannten Dienstleistungen. Darunter versteht man zum Beispiel Friseur-, Reise- oder Transportleistungen. In diesem Bereich stiegen die Preise um 4,4 Prozent – noch etwas stärker als im April. Besonders deutlich wurden laut Statistik Austria höhere Preise etwa bei Flugtickets, die den Gesamtwert nach oben ziehen.
Industriegüter werden wieder teurer
Auch Produkte des täglichen oder längerfristigen Bedarfs – sogenannte Industriegüter wie etwa Kleidung, Möbel oder Haushaltswaren – sind im Mai stärker im Preis gestiegen als im Vormonat. Hier lag der Anstieg bei 1,4 Prozent, nachdem es im April noch weniger war.
Energiepreise entwickeln sich unterschiedlich
Bei Energie zeigt sich ein gemischtes Bild: Diesel und Heizöl wurden im Mai günstiger, während Benzin leicht teurer wurde. Insgesamt sorgt dieser Bereich aber etwas weniger stark für steigende Preise als noch im Vormonat. Für Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher kam der Anstieg der Gesamtinflation im Mai erwartet. Er verwies auf die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Die Unsicherheit rund um wichtige Transport- und Handelsrouten wirke sich auf die Energie- und Rohstoffmärkte aus und schlage sich in der weiteren Preisentwicklung nieder.
„Insgesamt ist die Lage nicht vergleichbar mit 2022, wo die Inflation im Mai aufgrund stärkerer Nachfrage und anderer Faktoren noch viel höher war, aber dennoch herausfordernd“, betonte Kocher in einer schriftlichen Stellungnahme. Österreich sei als kleine, offene Volkswirtschaft von internationalen Entwicklungen besonders betroffen.
Lebensmittel steigen moderater als zuletzt
Lebensmittel, Alkohol und Tabak wurden im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent teurer. Damit hat sich der Anstieg etwas abgeschwächt, nachdem er im April noch etwas höher lag.
Die Schätzung der Statistik Austria gibt einen ersten Hinweis darauf, wie sich die Preise insgesamt entwickeln. Dabei zeigt sich: Manche Bereiche – vor allem Dienstleistungen – treiben die Teuerung weiter an, während sich andere, wie Energie oder Lebensmittel, etwas weniger stark auswirken.
Teuerung im Euroraum niedriger als bei uns
Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Euroraum im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Das ist der höchste Stand seit September 2023. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Im April war die Inflation bereits auf 3,0 Prozent geklettert. Für den Inflationsschub sorgte erneut vor allem Energie, die binnen Jahresfrist 10,9 Prozent mehr kostete. Auch Dienstleistungen verteuerten sich mit 3,5 Prozent überdurchschnittlich. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak kosteten zwei Prozent mehr als vor einem Jahr.
Der EZB-Rat wird die neuen Daten bei seiner Sitzung in der kommenden Woche sorgfältig bewerten. „Unser Auftrag ist klar: Wir gewährleisten mittelfristig Preisstabilität und werden die Inflation im Euroraum auf 2 Prozent zurückführen“, erklärte Kocher. Wenn die geopolitischen Spannungen anhalten und die globalen Energiepreise erhöht bleiben, werde das laut dem Notenbank-Chef in nächster Zeit eine geldpolitische Reaktion erforderlich machen.
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