Ruinöse Fleischpreise

Was ist uns das Sonntagsschnitzel wert?

Steiermark Newsletter
17.10.2026 11:00

Heimische Bauern sollen beim Tierwohl hohe Standards erfüllen, nachhaltig wirtschaften und bürokratische Höchstleistungen vollbringen. Nur eines dürfen sie offenbar nicht: teurer sein als die Konkurrenz.

Christian Primus bekommt für ein Kilo Schweinefleisch derzeit 1,43 Euro. Um von seiner harten Arbeit leben zu können, bräuchte der Landwirt aus Heimschuh zumindest zwei. Seit Monaten befindet sich der Preis im Sinkflug. Grund sind einmal mehr Billiganbieter aus anderen EU-Ländern, für die ganz andere Standards gelten.

Zwischen 1,43 Euro und sieben Euro
Im Supermarkt liegt das Karree zurzeit ab sieben Euro in der Kühlvitrine. Wer diese beiden Zahlen vergleicht, fragt sich zwangsläufig, wo das Geld auf dem Weg dazwischen bleibt. Auch Handel und Schlachtbetriebe sollten im Sinne der Fairness überdenken, wie sie ihre Preise kalkulieren.

Wir Konsumenten sollten uns allerdings auch an der eigenen Nase nehmen. Ein Großhändler hat am Freitag im Rahmen unserer Recherche berichtet, dass die billigste Ware stets als Erste vegriffen ist. Weil heute viele den Euro zweimal umdrehen müssen? Oder weil Herkunft und Haltungsbedingungen beim Einkauf doch weniger wichtig sind als behauptet? Beides dürfte eine Rolle spielen.

Tatsache ist aber: Wer hohe Standards fordert, muss auch über den Preis dafür reden. Heimische Landwirtschaft lässt sich nicht mit Sonntagsreden erhalten. Wer sie wirklich möchte, muss dafür sorgen, dass sie sich rechnet. Alle entlang der Kette, nicht nur die Bauern.

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