Jetzt ist es fix: Just den sportlichen Aushängeschildern und den mit Abstand beliebtesten Vereinen des Landes streicht die Stadt Graz das Sponsoring. Die Holding wird ab kommenden Jahr weder Sturm, den GAK noch die 99ers unterstützen.
Die Stadt Graz muss sparen. Der Neuigkeitswert dieser Erkenntnis hält sich in überschaubaren Grenzen. Dass in der derartigen Situation überall der Sparstift gezückt werden muss, leuchtet ein. Im Rathaus scheint man allerdings vornehmlich dort zu kürzen, wo man selbst tunlichst am wenigsten Berührungspunkte hat – sprich, die Wunschprojekte der Belarus-Koalition werden durchgezogen, bei allen anderen Dingen wird munter der Hammer geschwungen. So stellt man etwa die kostenlose Altstadt-Bim ein und nimmt auch die Schloßbergbahn aus dem städtischen Tarif, was gleichbedeutend mit einer empfindlichen Erhöhung ist. All dies geschieht gefühlt aus dem Bauch heraus, Argumente in Form von Frequenz- und Besucherzahlen wurden nicht kommuniziert.
Richtig zum Handkuss bei der dunkelrot-grünen Sparrallye kommt der Sport. Nun tritt auch dies ein, was die „Krone“ schon in der Vorwoche berichtete: Die städtische Holding streicht Sturm, GAK und den 99ers das Sponsoring für die Profimannschaften. „Die haben eh so viel Geld“, hört man diesbezüglich im Rathaus oft. Man bestraft also jene Klubs, die ihr Budget im Gegensatz zur Stadt im Griff haben und erfolgreich arbeiten. Auch im Nachwuchs- und Damenbereich gibt‘s Kürzungen. Was die Stadt ja in ihrer Aussendung ursprünglich verneinte, der GAK aber schnell richtigstellte.
Spannender Zeitpunkt
Apropos Aussendung: Die Kommunikation der Stadt war wieder einmal ausbaufähig, um es nett zu formulieren. Die drei sportlichen Aushängeschilder der Stadt und mit Abstand beliebtesten Vereine des Landes haben nämlich aus den Medien davon erfahren, dass es künftig von der Holding keinen Cent mehr gibt. Der Zeitpunkt für diese (Nicht-) Kommunikation war auch spannend gewählt: Die 99ers holten am Mittwoch in der Champions Hockey League in Norwegen einen 6:3-Sieg und Sturm landete gerade in England, wo heute gegen Bournemouth die nächste Europa-League-Partie ansteht. Beide Klubs vertreten Graz also international, während man ihnen daheim Hunderttausende Euro an Unterstützung streicht.
Plus für den Sport in Wirklichkeit fettes Minus
Die Rathaus-Koalition argumentiert den Einschnitt bei den großen Drei ja damit, dass man dadurch das Sponsoring für die vielen kleinen Vereine aufrecht halten könne. Außerdem werde das Sport-Budget um stattliche 1,39 Prozent erhöht. In absoluten Zahlen liest sich diese Erhöhung noch umwerfender: Ziemlich exakt 46.000 Euro mehr hat Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) künftig zur Verfügung. Dafür muss er nun aber auch die Hallenabgangsdeckung der Sportdachverbände übernehmen – das sind zwischen 800.000 und 900.000 Euro pro Jahr. Das „opulente“ Plus für den Sport ist also in Wirklichkeit ein Minus. Zeit, dass sich der Sport endlich wehrt und seinen Unmut kundtut. Man stelle sich vor, mit der Kultur würde in dieser Form verfahren werden – und die Stadt stellt von einem Tag auf den anderen die Unterstützung für Oper oder Kunsthaus ein.
Einen schönen Donnerstag!
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