Lebenslang in Aktion

Geistig fit: Gehirn bleibt auch im Alter lernfähig

Viele können es nachvollziehen: Mit dem Alter verlangsamen sich einige Prozesse im Gehirn. Informationen werden langsamer verarbeitet, Namen oder Begriffe fallen nicht immer sofort ein. Doch das Altern ist nicht nur schlecht: Vieles bleibt erhalten, anderes kann man weiterentwickeln.

Kein Grund zur Trauer, denn gleichzeitig gibt es gute Nachrichten: Viele Fähigkeiten bleiben stabil oder entwickeln sich sogar weiter – etwa Erfahrungswissen, emotionale Stabilität oder die Fähigkeit, komplexe Situationen einzuordnen.

„Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter formbar und anpassungsfähig“, betont dazu Neuropsychologin Assoc.-Prof. PD Mag. Dr. Marisa Koini, Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz. Diese Fähigkeit wird als neuronale Plastizität bezeichnet. Sie ermöglicht es dem Gehirn, sich an neue Anforderungen anzupassen und teilweise auch Defizite zu kompensieren.

Es ist nie zu spät, sein Gehirn zu unterstützen! Entscheidend sei laut Experten eine Kombination aus geistiger Aktivität, Bewegung, sozialen Kontakten, Schlaf und ausgewogener Ernährung. Besonders wirksam sind Aktivitäten, die mehrere Fähigkeiten gleichzeitig fordern, wie beispielsweise Lernen, Planung und soziale Interaktion.

Ungesundes vermeiden, auch für´s Hirn!
Anderen Dingen sollte man hingegen vorbeugen. Studien zeigen, dass zahlreiche Risikofaktoren für kognitiven Abbau beeinflussbar sind. Dazu zählen unter anderem Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, soziale Isolation oder Luftverschmutzung. 

Wenn man dennoch wieder einmal den Schlüssel verlegt hat, lautet eine der häufigsten Fragen: Handelt es sich um normales Vergessen oder um erste Anzeichen einer Erkrankung wie Demenz? Gelegentliche Gedächtnislücken sind Teil des gesunden Alterns. Kritisch wird es, wenn Gedächtnisprobleme den Alltag deutlich beeinträchtigen, etwa wenn vertraute Wege nicht mehr gefunden werden oder alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen.

In solchen Fällen sollte eine umfassende neurologische und neuropsychologische Abklärung erfolgen. Dabei werden unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und exekutive Funktionen mithilfe standardisierter Tests untersucht.

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