Österreichische Haushalte konnten sich erstmals so viel Geld anhäufen, dass die Billionengrenze überschritten wurde. Die Privatvermögen zogen zuletzt stark an – doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Das Finanzvermögen der heimischen Privathaushalte hat erstmals die Billionengrenze überschritten. Im zweiten Quartal 2026 stieg es auf 1011 Milliarden Euro, wie die Österreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag mitteilte. In Ziffern entspricht das 1.011.000.000.000 Euro.
Aber Achtung: Diese neue Rekordsumme sagt wenig darüber aus, wie gut oder schlecht es der breiten Bevölkerung im Alltag geht. Ferner ist Vermögen in Österreich ungleich verteilt. Die Summe schlüsselt nicht auf, wer die größten Teile des Vermögens hält.
Österreichs Kaufkraft ist seit dem Jahr 2015 nominell zwar kräftig gestiegen. Durch die hohe Inflation in den vergangenen Jahren kam davon bei den Konsumenten jedoch wenig an, ergab zuletzt die Kaufkraftanalyse von Regio Data Research. Im Vorjahr ging die Kaufkraft real sogar zurück – obwohl alle Haushalte zusammen mehr auf der hohen Kante haben.
Privatvermögen zog stark an
Den größten Anteil am Angesparten haben den neuen Erhebungen zufolge Einlagen (34 Prozent), gefolgt von Beteiligungen und Wertpapieren (je 24 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren legte das Finanzvermögen der Haushalte um 60 Prozent zu, hieß es in dem OeNB-Bericht weiter.
Während Bankeinlagen mit 341 Milliarden Euro weiterhin den größten Anteil ausmachen, gewinnen Beteiligungen und Wertpapiere an Bedeutung. Trotz eines Rückgangs auf 9,7 Prozent blieb die Sparquote 2025 dank geopolitischer Unsicherheiten, schwacher Konjunktur und höherer Zinsen relativ hoch. Heuer dürfte sie jedoch weiter auf 8,4 sinken, prognostiziert die OeNB.
Die Finanzverpflichtungen der österreichischen Haushalte beliefen sich im Vorjahr auf 213 Milliarden Euro und sind damit leicht um ein Prozent gestiegen. Die Wohnbaukredite stagnierten in diesem Zeitraum, nahmen aber im ersten Halbjahr 2026 wieder Fahrt auf, so die OeNB.
Verschuldung unter Durchschnitt des Euroraums
Die Verschuldung lag im Juni 2026 bei 214 Milliarden Euro. In Relation zum Finanzvermögen ist die Verschuldung österreichischer Haushalte mit 21 Prozent im Vergleich zum Euroraum (26 Prozent) geringer und hat im Jahresvergleich sogar abgenommen, da das Finanzvermögen stärker wuchs als die Kredite.
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