Die warme Jahreszeit lockt viele Menschen in Österreich in Wälder, Wiesen und Parks – doch dort haben auch Zecken Hochsaison. Ein Stich bedeutet zwar nicht automatisch eine Infektion, dennoch kann rasches und richtiges Handeln das Risiko deutlich senken. Experten raten deshalb dazu, nach einem Zeckenstich keine Zeit zu verlieren und bestimmte Fehler unbedingt zu vermeiden.
Je kürzer eine Zecke Blut saugt, desto geringer ist insbesondere das Risiko einer Übertragung von Borreliose-Bakterien. Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie daher möglichst schnell entfernen.
Zecke möglichst rasch entfernen
Am besten gelingt das mit einer feinen Pinzette, einer Zeckenkarte oder einer speziellen Zeckenzange. Die Zecke sollte möglichst hautnah gefasst und langsam sowie gerade herausgezogen werden. Ob sie dabei leicht gedreht wird oder nicht, ist weniger entscheidend – wichtig ist vor allem, den Körper der Zecke nicht zu quetschen.
Von Hausmitteln wie Öl, Nagellack, Klebstoff oder anderen Substanzen wird ausdrücklich abgeraten. Sie können die Zecke unter Stress setzen, wodurch sie möglicherweise mehr Krankheitserreger abgibt. Auch das Zerquetschen oder Entfernen mit bloßen Fingern sollte vermieden werden.
Befindet sich die Zecke an schwer zugänglichen Stellen – etwa im Genitalbereich, am Augenlid oder im Gehörgang – oder ist ein Kind betroffen, sollte die Entfernung besser von einem Arzt vorgenommen werden.
Einstichstelle beobachten
Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle mit einem Hautdesinfektionsmittel, etwa auf Alkohol- oder Jodbasis, desinfiziert werden. Anschließend gilt es, die Stelle in den kommenden Wochen aufmerksam zu beobachten.
Eine leichte Rötung unmittelbar nach dem Stich ist meist harmlos. Entwickelt sich jedoch Tage oder Wochen später eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung – die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) -, gilt das als typisches Anzeichen einer Borreliose und muss ärztlich behandelt werden.
Wann ein Arztbesuch nötig ist
Ärztlicher Rat ist unter anderem bei einer Wanderröte oder bei grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen sinnvoll. Auch Nackensteifheit oder neurologische Symptome sollten rasch medizinisch abgeklärt werden.
Ebenso empfiehlt sich ein Arztbesuch, wenn die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte oder Unsicherheit besteht. Eine vorsorgliche Antibiotikagabe nach jedem Zeckenstich wird in Österreich allerdings nicht empfohlen.
Borreliose und FSME: Die wichtigsten Unterschiede
In Österreich kommen vor allem zwei durch Zecken übertragene Krankheiten vor.
Besonders wichtig für Österreich: Das gesamte Bundesgebiet gilt als FSME-Risikogebiet. Das Nationale Impfgremium empfiehlt daher die FSME-Impfung für alle Personen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, anschließend sind – abhängig vom Alter – Auffrischungen alle drei bis fünf Jahre vorgesehen.
Vorbeugung bleibt der beste Schutz
Das Risiko eines Zeckenstichs lässt sich durch einfache Maßnahmen deutlich verringern. Dazu gehören lange, möglichst helle Kleidung, geschlossene Schuhe sowie in die Socken gesteckte Hosenbeine. Zusätzlich können zeckenabweisende Mittel auf Haut und Kleidung aufgetragen werden.
Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollte der gesamte Körper gründlich abgesucht werden. Besonders häufig sitzen Zecken in Kniekehlen, Leisten, Achseln, am Hals oder am Haaransatz. Auch Kinder und Haustiere sollten kontrolliert werden.
Wer eine Zecke schnell entfernt, die Einstichstelle beobachtet und bei Warnzeichen rasch einen Arzt aufsucht, kann das Risiko schwerer Folgen deutlich reduzieren. Zusätzlichen Schutz bietet in Österreich die FSME-Impfung, da Zecken im gesamten Bundesgebiet vorkommen können.
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