Ein Ehepaar wurde im Kurpark Oberlaa in Favoriten von drei Jugendlichen attackiert und schwer verletzt. Im Gespräch mit der „Krone“ schildern sie ihre bangen Minuten und fordern jetzt Konsequenzen.
Der Kurpark Oberlaa zählt zu den beliebtesten Erholungsgebieten der Stadt. Für ein Ehepaar aus Favoriten verwandelte sich die idyllische Gegend Freitagabend innerhalb weniger Sekunden in einen Albtraum, den beide wohl nie wieder vergessen werden. Am Nordeingang des Parks, in der Filmteichstraße, begegnen Josef und Verena H. drei Jugendlichen auf E-Scootern. Was dann passierte, sprengt jede Vorstellungskraft.
„Ich habe nur auf das Fahrverbot im Park hingewiesen. Dann habe ich plötzlich einen Schlag von hinten bekommen und bin sofort am Boden gelegen. Alle drei haben auf mich eingeschlagen und hingetreten“, schildert Josef H. die brutale Attacke im Gespräch mit der „Krone“. Dort hört die Gewalt nicht auf – im Gegenteil.
Immer wieder treten sie auf ihr Opfer ein
Mit voller Wucht treten die Burschen immer wieder auf den wehrlos am Asphalt liegenden Mann ein. Jeder Tritt könnte der letzte sein. Seine Lebensgefährtin muss hilflos mitansehen, wie ihr Mann zusammengeschlagen wird.
Als die 50-Jährige dazwischengehen will, fallen bei der brutalen Scooterbande alle Hemmungen. Auch sie wird nun Opfer der Attacke. Ein heftiger Stoß schleudert Verena H. zurück, ihre Brille zerbricht. Immer wieder schlagen die drei Burschen auf die beiden ein. Mit dem Mobiltelefon des Mannes können sie schließlich fliehen. Der Schock sitzt noch immer tief: „Ich dachte, das war es jetzt und wir müssen sterben“, sagt Verena H. und zittert dabei. Mit schweren Verletzungen werden beide in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Liste an Verletzungen ist lang: Gehirnerschütterung, Rippenprellungen, ein geschwollener Knöchel und Schürfwunden.
Die drei Tatverdächtigen werden noch in derselben Nacht unweit des Wienerbergs festgenommen. Das gestohlene Handy wird wenig später – geortet über eine App – in einem Gebüsch entdeckt. Die mutmaßlichen Täter sind zwei erst 15-Jährige sowie ein 17-Jähriger – zum Teil schon amtsbekannt. Ein 15-Jähriger ist Österreicher. Die Staatsangehörigkeit der beiden anderen ist laut Polizei Wien noch ungeklärt. Trotz des massiven Gewaltvorwurfs wurden sie nach Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des Diebstahls bloß auf freiem Fuß angezeigt. „Das ist das Schlimmste für uns. Das kann es doch nicht sein“, schüttelt Verena H. mit dem Kopf. Für die Freiheitlichen ein gefährliches Alarmzeichen.
Dass Jugendliche nach schweren Straftaten noch am selben Tag wieder frei herumspazieren, ist eine Gefahr für die Bevölkerung.

Stadtrat Stefan Berger (FPÖ)
Bild: FPÖ Wien
„Die ausufernde Jugendkriminalität wird für die Wiener Bevölkerung immer mehr zu einer ernsten Bedrohung. Der brutale Überfall in der Filmteichstraße, bei dem ein Ehepaar von Jugendlichen eingekreist, zusammengeschlagen und ausgeraubt wurde, ist ein weiterer alarmierender Beleg dafür. Dass Jugendliche nach schweren Straftaten noch am selben Tag wieder frei herumspazieren, ist eine Gefahr für die Bevölkerung“, sagt FPÖ-Stadtrat Stefan Berger, der jetzt Konsequenzen fordert. Auch Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) zeigt sich betroffen und fordert eine sofortige, stärkere Bestreifung des Laaerbergs durch die Polizei.
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