Alfons Haider steht nach 18 Jahren wieder als „Zaza“ in dem Musical „La Cage aux Folles“ auf der Bühne: Premiere ist am Donnerstag, 16. Juli. bei den Seefestspielen Mörbisch. Im „Krone“-Interview spricht er über sein Comeback, Schmerzen und Bombenideen.
„Krone“: Nach Ihrem Auftritt als „Zaza“ in Stockerau 2008 feiern Sie nun 18 Jahren später ein Comeback in High Heels in Mörbisch. Wie fühlt sich das an?
Alfons Haider: Schmerzhafter als vor 18 Jahren (lacht), weil der menschliche Körper ja ein bisschen nachgibt, in alle Richtungen. Und ich habe vier Wochen auf den 7 cm High Heels daheim geübt, damit ich auf den insgesamt 1002 Stiegen-Metern nicht stolpere.
Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Damals war ich so ein bisschen die Sexy Rexy, jetzt bin ich natürlich älter und gesetzter. Ich habe die Rolle jetzt mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit angenommen. Wenn man etwas schon einmal mit Erfolg gespielt hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man sagt, ich verlasse mich drauf oder man erarbeitet das Ganze aufs Neue – und das habe ich gemacht. Ich habe mich mit einem Gesangscoach vorbereitet, aber habe ja nie zu singen aufgehört, in meinen Revuen und Kabarettprogrammen immer wieder gesungen. Aber es bleibt ein Unikat, weil ich nie wieder in Mörbisch als Schauspieler auftreten werde.
Nie wieder?
Ja, nie wieder!
Aber es war immer klar, dass wenn Sie „La Cage“ bringen, dass Sie dann die „Zaza“ spielen?
Ja. Das war klar. Jetzt merke ich auch wieder die Ängste und Nöte der Kolleginnen und Kollegen. Jetzt bin ich einer von ihnen. Jetzt bin ich nicht nur auf der anderen Seite. Das funktioniert großartig. Es ist ein Comeback, das ist keine Lüge. Und es muss mir auch klar sein, dass so Riesenrollen wie die nicht mehr so oft meinen Weg kreuzen werden, zumal ich nächstes Jahr 70 werde.
Mit Drew Sarich gibt es eine zweite „Zaza“, mit dem Sie sich die Vorstellungen teilen.
Genau. Ich bin die mütterliche, wenn man so will „Grande Dame“ die nicht so mit den Hüften schwingen wird, und Drew Sarich, der ja 20 Jahre jünger ist als ich, ist das feurige Temperamentbündel.
Welche „Zaza“ soll man sich denn dann anschauen?
(lacht) Beide! Wir haben jetzt knapp tausend Menschen schon, die sich das zweimal anschauen. Die wirklich sagen, das ist eine Bombenidee. Und wer noch einmal kommt, erhält einen Bonus von 15 Prozent.
Wer von Ihnen ist schneller im Kostüm?
Das sind wir beide gleich, wir stecken im Korsett, im knappen Time-Korsett (lacht) Es dauert aber mindestens zwei Stunden bis Make-up und Frisur fertig sind. Ich sage immer wieder, ich bin froh, dass ich ein Mann bin.
Worin besteht für Sie die größte Herausforderung bei dieser Produktion?
Die größte Herausforderung ist, dass ich es überlebe! Man darf ja nicht vergessen, ich bin nicht nur Darsteller, ich bin ja auch noch Intendant in Schloss Tabor. Da laufen jetzt auch schon die Vorbereitungen für „Wiener Blut“, die Premiere ist am 5. August. Das kostet viel Kraft. Und dann natürlich meine Arbeit als Generalintendant in Mörbisch. Wenn die anderen in die Pause gehen, gehe ich ins Büro. Das ist dann manchmal ein Zwölf-Stunden-Tag, der schon seinen Tribut fordert. Aber das ist jetzt kein Jammern, denn das ist ja mein Kind und ich bin immer beseelt, wenn ich unten sitze und zuschaue.
Was macht den Reiz dieses Stücks aus?
Ich finde, es ist eine der besten Unterhaltungskomödien, hat höchstes Komödien-Schauspielniveau. Ich kenne kein anderes musikalisches Unterhaltungsstück, das derartig viele Pointen hat. Und ich kenne kein anderes Stück, das so raffiniert geschrieben wurde. Es ist ein gesellschaftspolitisches Stück, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Der Song „Ich bin, was ich bin“, ist nach wie vor gültig. Ich habe das Stück aber nicht genommen, weil ich damit ein Zeichen setzen wollte. Das Wort Unterhaltung besteht aus „Unter“ und „Haltung“, und diese Komödie hat eine ganz große Haltung. Das war mir wichtig, aber ich hätte es nicht gespielt, wenn es nicht eine fantastische familientaugliche Komödie wäre.
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