Die US-Regierung hat nach erneuten Todesschüssen der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE auf zwei Migranten offenbar einen Strategiewechsel ausgerufen. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend.
Die „New York Times“, der Sender CNN und andere Medien berichteten am Dienstag, ICE solle auf Anordnung aus dem Weißen Haus vorerst auf die meisten Fahrzeugkontrollen verzichten. In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter der Behörde einen Mexikaner und einen Kolumbianer in ihren Autos erschossen.
Die republikanische Senatorin aus dem Bundesstaat Maine, Susan Collins, erklärte dazu im Onlinedienst X, sie habe nach dem jüngsten Todesfall mit Heimatschutzminister Markwayne Mullin telefoniert und ihn „gedrängt, alle nicht dringenden Fahrzeugkontrollen einzustellen“. Collins bewirbt sich bei den Kongresswahlen Anfang November um ein verlängertes Mandat.
Tödliche Vorfälle häufen sich wieder
Am Montag hatte ein ICE-Vertreter in der Stadt Biddeford in Maine einen Kolumbianer getötet, der inzwischen von den Behörden als Joan Sebastian Guerrero identifiziert wurde. Der Mann hatte eine Aufenthaltserlaubnis in den USA und wurde vor den augen seiner dreijährigen Tochter niedergestreckt.
ICE erklärte dazu, der Mann habe mit seinem Auto fliehen wollen und der Bundesmitarbeiter habe von seiner Schusswaffe Gebrauch gemacht, da er die „öffentliche Sicherheit“ in Gefahr gesehen habe. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro warf den USA am Dienstag „Mord“ vor.
Vergangene Woche Dienstag hatte zudem ein ICE-Mitarbeiter in Houston im Bundesstaat Texas bei einer Fahrzeugkontrolle einen Mexikaner niedergeschossen, der im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. In diesem Fall hieß es, der Bundesmitarbeiter habe in „Notwehr“ gehandelt, da der Mexikaner sein Fahrzeug als „Waffe“ gegen ihn eingesetzt habe. Augenzeugen widersprachen allerdings dieser Darstellung.
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