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Berufsunfähigkeit – schneller Weg in die Armut?

Gesund Konkret
13.07.2026 06:30

Berufsunfähigkeit ist in Österreich wenig präsent, wird erst bei Betroffenen im Umfeld sichtbar und zeigt, wie hart das staatliche Versicherungsregime im Versicherungsfall der Arbeitsunfähigkeit ist. Mag. Jürgen Holzinger vom Verein „ChronischKrank“ erklärt, wie manche Menschen in die Armutsfalle tappen.

Viele berufsunfähige Menschen geraten in Sozialsysteme und Armut. Der wöchentliche Einkauf wird zur großen Herausforderung. Problematisch ist nämlich: Oft fehlt das Wissen, das Berufsunfähigkeit genau bedeutet und wie sie entsteht.

Gravierende Folgen bei Verlust der Arbeitskraft
Das Erwerbseinkommen bleibt meist die Hauptquelle, daher hat der Verlust der Arbeitskraft gravierende Folgen. Erkrankung oder Unfall führen zur Krankschreibung, längere Krankzeiten reduzieren finanziellen Spielraum, Therapien erhöhen Ausgaben. Berufsunfähigkeit bedeutet lebenslangen Einkommensverlust, obwohl in der Pensionsversicherung Pflichtversicherung besteht. Sie greift aber nur bei bestimmten Mindestbeitragszeiten.

Junge Menschen brauchen Absicherung
Der größte Verlust entsteht zum Karrierestart, wenn wenig Versicherungszeiten existieren. Junge Menschen brauchen private Absicherung, um Armutsgefährdung zu verhindern. Mit steigendem Alter verringert sich die Lücke, doch bleiben Einkommensverluste signifikant und Lebenshaltungskosten durch Therapien steigen oft an.

In Österreich sind nur rund 4 Prozent der Erwerbstätigen privat versichert; Versicherungssummen decken Einkommen oft nicht ab. Vertrauen ins staatliche System und fehlendes Wissen über Produkte verhindern Absicherung. Aufklärung ist nötig. Soziale Belastungen, eingeschränktes Sozialleben und Existenzängste prägen Betroffene.

Verein „ChronischKrank“

Haben Sie Fragen oder Anliegen?

Eine private Absicherung könnte Armut verhindern oder abfedern. Sensibilisierung in Gesellschaft und Politik für Berufsunfähigkeit ist notwendig. Der Verein ChronischKrank Österreich bietet Vorträge und Workshops zu diesem Thema an.

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