Volkswagen steht offenbar vor dem Ausstieg aus der Entwicklungspartnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch. Die „Automated Driving Alliance“ (ADA) wird so zum Milliardengrab.
Es ist der nächste teure Software-Fehler, der beendet wird. Die Wolfsburger wollen die ADA beenden, berichtet „Bild“ am Sonntag unter Berufung auf Insider. Gründe seien dem Bericht zufolge mangelnde Fortschritte und der Sparzwang. Obwohl rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt geflossen seien, gelte die Technik intern als nicht wettbewerbsfähig.
Besonders beim sogenannten Level 2++, dem Fahren ohne Hände am Lenkrad im Stadtverkehr, sehe VW einen erheblichen Abstand zur Konkurrenz. Ein Sprecher der VW-Softwaretochter Cariad sagte der Zeitung, das Unternehmen prüfe grundsätzlich regelmäßig seine Entwicklungspartnerschaften und bewerte fortlaufend, ob diese noch zu den strategischen Zielen passten.
Insbesondere bei hoch entwickelten Assistenzsystemen hätten sich Markt und Technologie anders entwickelt als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu vertraulichen Gesprächen äußere man sich nicht. Von Bosch lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Um Kosten zu senken und schneller Boden gutzumachen, wolle der Konzern nun Hard- und Software von einem neuen Partner einkaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln, hieß es weiter. Bis Ende September solle ein Vertrag über die Zusammenarbeit stehen. Die Bosch-Allianz solle frühestens am 29. Juni endgültig gekündigt werden.
Die Kooperation war Anfang 2022 als Großprojekt gestartet worden, um im Rennen um das autonome Fahren den Rückstand auf Konkurrenten wie Tesla und Mercedes-Benz aufzuholen. Mehr als 1000 Fachleute beider Unternehmen sollten eine gemeinsame Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme erarbeiten, um diese später auch anderen Herstellern anzubieten.
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