Der Kurs des Bitcoins hat am Mittwoch seine Verluste vom Vortag deutlich ausgeweitet. Die älteste und bekannteste Kryptowährung rutschte auf der Plattform Bitstamp im Handelsverlauf bis auf gut 59.000 US-Dollar ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit Oktober 2024.
Riskante Vermögenswerte wie Kryptowährungen leiden derzeit ebenso wie die Edelmetalle Gold und Silber unter den zuletzt nach oben geschraubten US-Zinserwartungen, da diese Anlagen allesamt keine Zinsen abwerfen. US-Notenbankchef Kevin Warsh hatte bei seinem ersten Auftritt als Vorsitzender der Fed die Bedeutung der Preisstabilität besonders hervorgehoben. An den Finanzmärkten wurde dies als Hinweis für eine mögliche Zinserhöhung im weiteren Verlauf des Jahres gedeutet.
Als Belastung für den Bitcoin und andere Kryptowährungen wie Ethereum, BNB und XRP kam zuletzt das nachlassende Interesse der Privatanleger hinzu. Einige haben sich aus dem Markt zurückgezogen und ihre Gelder hin zu Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz verlagert, da die Wachstumserwartungen an die Unternehmen in diesem Bereich enorm sind.
Aber auch institutionelle Adressen taten sich zuletzt mit dem Bitcoin schwer. Denn anders als erhofft konnte die Kryptowährung nicht zuverlässig die Portfolios absichern, die durch den Iran-Krieg und die damit verbundenen Isolationsängste ins Wanken geraten waren. Stattdessen verhielt sich der Bitcoin eher wie ein weiterer risikobehafteter Vermögenswert mit hoher Volatilität, der ebenso wie Aktien in schwierigen Marktphasen unter Druck gerät.
„Auf dünnem Eis“
„Die Bitcoin-Anleger bewegen sich derzeit auf dünnem Eis“, schrieb Marktexperte Timo Emden von Emden Research. Die vergangene Erholungsbewegung könnte sich als kurzes Aufflackern in einem weiterhin dominierenden Abwärtstrend entpuppen. Marktteilnehmer sollten sich auf weitere Abwärtsrisiken einstellen.
Wieder einmal stellen sich Anleger Emden zufolge die Frage, welche Rolle der Bitcoin in einem Marktumfeld spielen soll, das zusehends von KI, Technologietiteln und makroökonomischen Faktoren geprägt wird. Die womöglich anhaltende Identitätskrise dürfte dabei kaum zur Überzeugung potenzieller Käufer beitragen, die eine nachhaltige Aufwärtsbewegung tragen könnten.
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