Verpackungsverordnung

Händler warnen jetzt vor höheren Preisen

Wirtschaft
14.08.2026 20:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit Mittwoch gilt die neue EU-Verpackungsverordnung, die Müll reduzieren und Recycling fördern soll. Sie würde vor allem kleine Betriebe mit zusätzlichen Kosten und Verpflichtungen belasten, kritisierte Handelsobmann Rainer Trefelik von der Wirtschaftskammer Österreich.

„Die Konsumenten zahlen in beiden Fällen drauf: Bei kleineren Anbietern besteht die Gefahr, dass sie Österreich gar nicht mehr beliefern, während bei größeren Anbietern die zusätzlichen Kosten letztlich die Preise erhöhen können“, sagte Trefelik in einer Aussendung. Tatsächlich hatten sich in den vergangenen Tagen Berichte gemehrt, wonach vor allem kleine Onlinehändler ihren EU-Versand vorerst einstellen.

Die neue Verordnung PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) gilt für alle Verpackungen, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden, wie Kartons, Teebeutel und Plastikfolien. Seit Mittwoch müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden, wie eine Kennzeichnung zur Identifikation, Grenzwerte für Schwermetalle, PFAS etc. Lieferanten müssen alle Informationen und Unterlagen zur Verfügung stellen, die Hersteller brauchen. Weitere Verpflichtungen sollen schrittweise in den kommenden Jahren in Kraft treten.

Zitat Icon

Bei kleineren Anbietern besteht die Gefahr, dass sie Österreich gar nicht mehr beliefern.

Rainer Trefelik, Handelsobmann Wirtschaftskammer

Branchenvertreterinnen und Branchenvertreter sehen zusätzlich zu höheren Kosten einige weitere Nachteile wie mehr Verwaltungsaufwand für Sammel- und Verwertungssysteme sowie mehr Zeitaufwand wegen zu erbringender Nachweise und Dokumentationen. Die Verordnung müsse überarbeitet werden. So bräuchte es speziell für Ein-Personen-Unternehmen und KMU „klare, verhältnismäßige und praktisch umsetzbare“ Vorgaben.

„Bei Verpackungen errichtet Brüssel mit der PPWR 27 neue Bürokratiegrenzen. Damit wird der Binnenmarkt ad absurdum geführt. Zusätzlich drohen Kostensteigerungen und Wettbewerbsverzerrungen gegenüber Fernost-Plattformen, sofern die Einhaltung der Vorgaben bei diesen nicht mit derselben Konsequenz kontrolliert wird“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will.

Derzeit sind Erleichterungen für Kleinstunternehmen vorgesehen, die weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und weniger als zwei Millionen Euro Umsatz erzielen. Die EU-Kommission sieht laut Berichten selbst Nachbesserungsbedarf und hat die nationalen Behörden dazu aufgerufen, vorerst nicht zu sanktionieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung