Jugendschutz im Netz

Süchtig machendes Design: EU erhöht Druck auf Meta

Digital
23.06.2026 16:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Europäische Union (EU) will einem Medienbericht zufolge ihre Ermittlungen gegen Meta wegen mutmaßlich mangelnden Jugendschutzes ausweiten. Die Gestaltung der Plattformen Facebook und Instagram zielten darauf ab, Jugendliche möglichst lange vor dem Bildschirm zu halten, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein Zwischenbericht des Verfahrens solle demnächst veröffentlicht werden.

Die EU hatte 2024 ein Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Jugendschutz eingeleitet. Der Digital Services Act (DSA) verpflichtet Internetkonzerne unter anderem dazu, gegen illegale und schädliche Inhalte vorzugehen. Im vergangenen April warf die EU-Kommission Meta vor, die Nutzung seiner Plattformen durch Kinder unter 13 Jahren nicht ausreichend zu unterbinden.

Druck auf die Internetkonzerne wächst
Zur Verbesserung des Jugendschutzes will die EU den DSA durch den Digital Fairness Act (DFA) ergänzen. Dieser soll Behörden die Möglichkeit geben, „süchtig machende und schädliche Designpraktiken“ gezielt zu bekämpfen und den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Sozialen Medien zu begrenzen. Daneben erwägt die EU-Kommission eine Altersbegrenzung nach australischem Vorbild.

Auch in den USA wächst der Druck auf die Internetkonzerne. Vor einigen Monaten wurden Meta und die Alphabet-Tochter Google in einem richtungsweisenden Verfahren zu Schadenersatz von insgesamt sechs Millionen Dollar verurteilt. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Plattformen fahrlässig gehandelt und nicht vor den Gefahren des fesselnden Designs gewarnt hätten.

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