„Mehr und mehr Fälle“

Ebola-Epidemie außer Kontrolle: Hilferuf des Kongo

Ausland
13.08.2026 09:13

Im Kongo hat der Ebola-Ausbruch eine alarmierende Dimension erreicht: Mehr als 2000 Menschen sind bereits gestorben. Experten warnen vor einer weiteren Ausbreitung, während fehlende Impfstoffe, unsichere Regionen und unzureichende Kontaktverfolgung die Eindämmung erschweren.

Knapp drei Monate nach der offiziellen Bekanntgabe des Ebola-Ausbruchs sind im Kongo nach Angaben der Regierung bereits 2011 Menschen an der hochansteckenden Krankheit gestorben. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 4381 Ebola-Fälle registriert. Rund 704 Erkrankte werden derzeit in Isolierstationen behandelt. Die Sterblichkeitsrate liegt damit bei 45,9 Prozent.

Ungewöhnlich schneller Verlauf
Jean Kaseya, Direktor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, hatte bereits vor wenigen Tagen vor dem außergewöhnlich schnellen Verlauf des Ausbruchs gewarnt. Die Zahl der Erkrankten in den ersten zwölf Wochen sei etwa achtmal so hoch wie im vergleichbaren Zeitraum des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs in Westafrika zwischen 2014 und 2016. Die Zahl der Todesfälle sei mehr als sechsmal so hoch.

Auch der Vergleich mit dem bisher schwersten Ebola-Ausbruch im Kongo zeigt die Dimension der aktuellen Krise. Zwischen 2018 und 2020 erkrankten dort insgesamt rund 3.400 Menschen. Im derzeitigen Ausbruch wurde diese Zahl bereits nach nur zwölf Wochen überschritten.

Kein spezieller Impfstoff verfügbar 
Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen und kann hohes Fieber, Durchfall und schwere Blutungen auslösen. Besonders schwierig ist die Bekämpfung des aktuellen Ausbruchs, weil der verantwortliche Erreger dem Ebola-Typ Bundibugyo zugeordnet wird. Gegen diese Virusvariante gibt es bislang keinen speziell zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Therapie.

Seit Anfang Juli werden zwei antivirale Behandlungsmethoden in klinischen Studien untersucht. Angesichts des ungewöhnlich schweren Verlaufs soll zudem geprüft werden, ob sich der Erreger möglicherweise verändert hat.

Viele Infektionen bleiben offenbar unentdeckt
Besonders große Sorgen bereitet den Gesundheitsbehörden die geringe Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten. Rund 86 Prozent der neu registrierten Ebola-Fälle lassen sich derzeit nicht auf bereits bekannte Kontakte bestätigter Patienten zurückführen.

„Wir glauben, dass es mehr und mehr Fälle gibt, die nicht gemeldet werden“, sagte Kaseya. Für eine erfolgreiche Eindämmung eines Ebola-Ausbruchs müssen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 95 Prozent der Kontakte von Erkrankten identifiziert und nachverfolgt werden. Je mehr Infektionsketten unentdeckt bleiben, desto schwieriger wird es, neue Fälle frühzeitig zu isolieren und weitere Ansteckungen zu verhindern.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung