Kuriose Nachwahl in GB

Nigel Farage muss gegen „Count Binface“ antreten

Außenpolitik
13.08.2026 08:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Chef der britischen Rechtspopulisten von Reform UK, Nigel Farage, stellt sich heute erneut zur Wahl für einen Sitz im britischen Parlament. In seinem Wahlkreis Clacton gilt Farage als Favorit. Er muss aber gegen seinen schärfsten Konkurrenten, „Count Binface“ bestehen.

Ausgelöst hatte der einstige Brexit-Vorkämpfer die Nachwahl durch einen politischen Winkelzug selbst: Er trat von seinem Sitz im britischen Parlament zurück, um sich in einer Spendenaffäre in Millionenhöhe Luft zu verschaffen. 

Wegen Spende in Erklärungsnot
Farage hatte vor seiner Wahl zum Abgeordneten im Jahr 2024 ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,85 Mio. Euro) erhalten, das er nicht als Spende deklarierte. Seinen Angaben nach handelte es sich um ein persönliches Geschenk ohne Bedingungen. Der Vorgang wurde vom Beauftragten für parlamentarische Standards untersucht, die Untersuchung nach Farages Abgang jedoch ausgesetzt. Sollte Farage wiedergewählt werden, wird die Untersuchung fortgesetzt.

Große Parteien boykottieren Wahl
Die Wahl steigt heute, Donnerstag, in Clacton im Südosten Englands statt. Alle anderen großen Parteien boykottieren den politischen Stunt von Farage. Übrig bleiben 33, meist unbekannte Kandidatinnen und Kandidaten. Unter ihnen der schärfste Konkurrent des Rechtspopulisten ist jetzt der Spaßkandidat „Count Binface“ (auf Deutsch „Graf Mülltonnengesicht“).

Wahlversprechen: VAR abschaffen
In dem Kostüm, das mit Mantel und Mülltonnenhelm an eine Mischung aus Ritter und Darth Vader erinnert, steckt der britische Comedian Jon Harvey. Er stellt sich in Großbritannien immer wieder zur Wahl. Durch sein Antreten gegen Nigel Farage bekam er nun international viel Beachtung. Im Wahlkampf versprach der „Graf“, im Fall eines Sieges den Video-Schiedsrichter im Fußball abzuschaffen und Menschen, die in Öffis laut Musik hören, zur Armee zwangszuverpflichten.

In nationalen Umfragen vorne
Laut Umfragen hat „Count Binface“ aber trotzdem kaum realistische Chancen. Farage, der schon 2024 in Clacton klar gewonnen hatte, führt deutlich. Anders sähe es aus, wenn ganz Großbritannien wählen dürfte: Dann würden 37 Prozent für „Count Binface“ stimmen und nur 32 Prozent für den Parteichef von Reform UK.

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