Die steigende Nachfrage nach Kapazitäten in europäischen Rechenzentren hat zu einem beschleunigten Ausbau und zu steigenden Mieten geführt. Und das nicht nur in den größten Rechenzentrumsmärkten, sondern auch in Sekundärmärkten wie Österreich, teilte der Immobiliendienstleister CBRE am Montag in einer Aussendung mit.
Österreich entwickle sich zunehmend zum attraktiven Standort für Rechenzentren. So investierte Microsoft im Großraum Wien den Angaben zufolge rund eine Milliarde Euro in den Bau von drei Rechenzentren, die im Sommer vergangenen Jahres eröffnet wurden.
Google wiederum startete mit dem Bau eines etwa 50 Hektar umfassenden Rechenzentrums in Kronstorf (Oberösterreich), das 2027 in Betrieb gehen soll. Bis 2030 könnte sich der Energieverbrauch für Rechenzentren auf das Drei- bis Fünffache erhöhen, teilte CBRE außerdem mit. Allein die Rechenzentrumsleistung in Wien liegt bei rund 53 (Megawatt) MW. Bis Ende des Jahres erwartet das Beratungsunternehmen einen Anstieg auf 65 MW.
Starkes Wachstum in Frankfurt
Vor allem in den größten Rechenzentrumsmärkten London, Frankfurt, Paris und Amsterdam sei das Angebot im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,9 Prozent gestiegen. Das größte Plus habe hier Frankfurt mit einem Anstieg um 23 Prozent verzeichnet, gefolgt von London mit 21 Prozent. Wobei die zusätzlichen Kapazitäten vom Markt aufgenommen würden: Die Nettoabsorption – neu vermietete minus der freigewordenen Kapazität – belief sich in Frankfurt auf 218 MW und in London auf 208 MW.
In den europäischen Kernmärkten stieg die Nettoabsorption gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 90 Prozent auf rund 572 MW. Leerstandsquoten wie etwa 5 Prozent in Frankfurt werden rasch vom Markt aufgenommen. Mit der hohen Nachfrage stiegen auch die Mietpreise in den Kernmärkten. In Frankfurt verlangen Anbieter bis zu 225 Euro pro (Kilowatt) KW und Monat, in London werden 170 Pfund (196 Euro) verrechnet.
Die Rechenzentren würden zunehmend außerhalb der Städte angesiedelt. Einschränkungen bei der Stromversorgung sowie Beschränkungen bei der Leistung von mehr als 70 MW hätten beispielsweise auch in Amsterdam dazu geführt, dass die Standorte außerhalb der Metropole angesiedelt werden.
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