Der chinesische KI-Entwickler DeepSeek sammelt Insidern zufolge erstmals Kapital bei externen Investoren ein. Das Startup werde von Technologiekonzernen wie Tencent oder CATL voraussichtlich umgerechnet 6,4 Milliarden Euro erhalten.
Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Etwa 2,5 Milliarden Euro steuere Firmengründer Liang Wenfeng bei. Dabei könnte DeepSeek insgesamt mit 44,5 bis 50,9 Milliarden Euro bewertet werden.
DeepSeek gilt als der bekannteste KI-Entwickler Chinas. Er sorgte Anfang 2025 mit der Veröffentlichung eines Chatbots weltweit für Schlagzeilen. Das Programm war der westlichen Konkurrenz ebenbürtig, benötigte aber deutlich weniger Rechenleistung. Zudem soll die Entwicklung nur einen Bruchteil der bis dahin üblichen Kosten verursacht haben. Die Leistung der aktuellen Version bleibt Experten zufolge jedoch hinter denen der in- und ausländischen Wettbewerber zurück. Bisher finanzierte sich DeepSeek ausschließlich über die Muttergesellschaft, den ebenfalls von Liang gegründeten Vermögensverwalter High-Flyer.
Größte Finanzierungsrunde in Chinas Wirtschaftsgeschichte
Die geplante Finanzierungsrunde von DeepSeek ist eine der größten der chinesischen Wirtschaftsgeschichte. Im Vergleich zu OpenAI und Anthropic ist sie jedoch gering. Diese beiden US-Startups haben in den vergangenen Monaten 122 beziehungsweise 65 Milliarden Dollar eingesammelt. Grund für die Diskrepanz seien vor allem die US-Beschränkungen für Hochtechnologie-Exporte in die Volksrepublik, erläuterte Alfredo Montufar-Helu, China-Chef der Beratungsfirma Ankura. „DeepSeek hat keinen Zugang zu hochmodernen amerikanischen Prozessoren. Da sie diese Hardware nicht kaufen können, gibt es keinen Grund, mit den IT-Budgets ihrer US-Konkurrenten mithalten zu müssen.“
Die Liste der potenziellen DeepSeek-Geldgeber passt zur Strategie der chinesischen Regierung, sich bei Zukunftstechnologien vom Ausland unabhängiger zu machen. Der als Anbieter von Elektroauto-Batterien bekannte Konzern CATL strebt in den Markt für die Energieversorgung von Rechenzentren. Tencent hinkt mit seinem KI-Modell den Angeboten von DeepSeek, Alibaba und ByteDance technologisch hinterher.
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