Berlin-Täter flüchtig

CSD-Horror: Amsterdam rüstet bei „World Pride“ auf

Deutschland
26.07.2026 14:08

Trauer und Schock herrschen in Berlin nach dem Anschlag mit einer Toten und mehreren zum Teil Schwerverletzten bei einer Party rund um den Christopher Street Day (CSD). Das nächste große Event der LGBTQ+-Bewegung findet nun in Amsterdam statt – und man fürchtet bereits Nachahmungstäter.

In Amsterdam werden nach dem tödlichen Angriff Berlin für die gegenwärtig stattfindende „World Pride“ zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die World Pride gilt als eines der größten internationalen Events der LGBTQ+-Bewegung.

Das Festival findet heuer zum ersten Mal in Amsterdam statt. Die mehrtägigen Veranstaltungen wurden am Samstag im Beisein von Königin Máxima ohne Zwischenfälle feierlich eröffnet. Als Höhepunkt ist für den kommenden Samstag die Bootsparade Pride Amsterdam über die Grachten der niederländischen Hauptstadt geplant.

Königin Maxima hatte am Samstag die „World Pride“ in Amsterdam eröffnet. Nun fürchtet man ...
Königin Maxima hatte am Samstag die „World Pride“ in Amsterdam eröffnet. Nun fürchtet man weitere Anschläge.(Bild: EPA/RAMON VAN FLYMEN)
(Bild: AFP/DINGENA MOL)
(Bild: AFP/DINGENA MOL)
(Bild: EPA/RAMON VAN FLYMEN)

Anschlag überschattet Pride-Feierlichkeiten
Doch die Feierlichkeiten werden von dem furchtbaren Anschlag in Berlin nun überschattet. Zumal der Verdacht besteht, dass Abdul Ballout, der mutmaßliche Attentäter, nicht alleine handelte. War er gar Teil eines terroristischen Netzwerks, wie seinerzeit die Attentäter von Belgien oder Paris? 

Zur Stunde fahndet die Polizei weiter mit Hochdruck nach dem 21-Jährigen, der den Behörden bereits als islamistischer Gefährder amtsbekannt war – wir berichteten. Besonders grotesk: Ballout hätte am Wochenende zu einem Deradikalisierungs-Kurs gehen sollen. Nun kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass sich der in Deutschland geborene Mann, dessen Familien aus dem Libanon stammt, viel mehr radikalisiert hatte und ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat war. 

Blumen am Anschlagsort. Und die fast schon trotzige Botschaft: „Liebe siegt!“
Blumen am Anschlagsort. Und die fast schon trotzige Botschaft: „Liebe siegt!“(Bild: AP/Markus Schreiber)
(Bild: AP/Markus Schreiber)
(Bild: AP/Markus Schreiber)
(Bild: AFP/JOHN MACDOUGALL)
(Bild: AFP/RALF HIRSCHBERGER)
(Bild: AFP/RALF HIRSCHBERGER)

Terror-Experte: „Soziale Netzwerke spielen wichtige Rolle“
Felix Neumann, Terrorismusexperte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, sagte der dpa, Radikalisierung finde zunehmend über das Internet statt. „Grundsätzlich würde ich sagen, sehen wir vor allem beim Islamismus als auch beim Rechtsextremismus, dass die digitale Komponente immer weiter zugenommen hat“, sagte der Experte. Eine wichtige Rolle spielten die sozialen Netzwerke. Junge Leute sähen immer dieselben Inhalte und seien in ihrer von Algorithmen beeinflussten Bubble.

In Berlin sind am Sonntag Menschen zu dem Ort des Geschehens gekommen, Blumen wurden niedergelegt, auch ein Schild mit der Aufschrift: „Liebe siegt.“ Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft.“ Sie werde mit aller Härte verfolgt.

Die Bundespolizei teilte mit, ihre Präsenz sei sichtbar verstärkt worden, insbesondere an Flughäfen, im Bahnbereich und in der Grenzfahndung. Außerdem durchsuchte man bereits die Wohnung von Abdul Ballout. Bislang jedoch ohne Erfolg. 

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