Aufregung in Oberösterreich: Nach einem Sprengstoff-Fund im niedrig stehenden Nussensee am Sonntagmorgen war zuerst ein kleiner Teil gesperrt worden. Nachdem auch an einer anderen Stelle Munition aufgetaucht war, wurde nun der ganze See gesperrt. Der Entminungsdienst durchstöberte den Seeboden.
Wer einen Sonntagsausflug zum Nussensee bei Bad Ischl geplant hatte, für den gab’s jetzt schlechte Nachrichten: Aufgrund eines behördlichen Platzverbots fiel der Besuch an dem beliebten See ins Wasser – trotz rekordverdächtig niedriger Pegelstände – wie „MeinBezirk“ berichtete.
Explosiver Grund
Der Grund dafür ist explosiv: Am Samstagabend waren am Seeboden Zünder gefunden worden. „In der Früh war nur der Bereich gesperrt, wo die ersten Sprengmittel aufgetaucht sind. Dann wurde aber auch auf der anderen Uferseite noch etwas entdeckt“, berichtet Bürgermeisterin Ines Schiller (SPÖ). Während der Räumungsarbeiten wurde nämlich weitere Munition gefunden. Zu Mittag sperrte die Bezirkshauptmannschaft Gmunden dann den gesamten Uferbereich samt Rundweg, während ein Sondereinsatzkommando der Bundespolizei und der Entminungsdienst des Bundesheeres den Seegrund absuchten.
Zunächst wurden kleinere Sprengstoff-Kapseln gefunden, im Laufe der Suche dann auch größere Mengen Munition.

Ines Schiller, Bürgermeisterin von Bad Ischl
Bild: Hofer/Bad Ischl
Letzter Fund 2018
„Viele Leute kommen den See besuchen, weil der Wasserstand so niedrig ist. Daher ist die Gefahr groß, dass jemand in die Nähe der Sprengmittel kommen könnte“, so Schiller weiter. Insgesamt wurden 200 Kilo Munitions-, Zünd- und Sprengmaterial, sowie zwei Ein-Kilo-TNT-Sprengsätze sichergestellt und abtransportiert – allesamt Altlasten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wie lange die Sperre aufrecht bleibt, ist offen. Erst im November 2018 waren im Uferbereich Zünder von Tellerminen aus der Weltkriegszeit gefunden worden.
Reich an Altlasten
Das Salzkammergut gilt als eine der munitionsreichsten Regionen Österreichs. 1945 versenkten flüchtende NS-Einheiten Ausrüstung, Waffen und Sprengstoffe in den Gewässern, um sie vor den Alliierten zu verstecken. Attersee, Traunsee und der berühmt-berüchtigte Toplitzsee (Stmk.) bringen ebenfalls immer wieder Munition ans Tageslicht. Erst kürzlich wurde am Wildkarkogel im Dachsteinmassiv eine Kiste russischer Karabinermunition aus dem Krieg gefunden.
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