Citroën hat vor allem zwei Ikonen in der Markengeschichte: Aus der DS haben sie eine eigene, mäßig erfolgreiche Marke geformt. Die andere, der 2CV vulgo Ente, soll als Stromer neu aufgelegt werden. In beiden Fällen halten sich die Gemeinsamkeiten mit der Vergangenheit in Grenzen.
Zwei in vollem Lauf galoppierende Rappen – damit will Citroen Aufmerksamkeit erzeugen für den Nachfolger der Ente, den elektrischen Kleinwagen 2CV. Böse Zungen könnten behaupten, da sind zwei „cavallini rampanti“ aus dem Ferrari-Logo geflüchtet, wegen des Schocks nach der Präsentation des ersten rein elektrischen Ferrari, im Apple-Design.
Doch das ist weit hergeholt, denn zum einen wird der 2CV auch elektrisch, zum anderen versprechen die ersten Bilder auch nicht gerade eine bestechende Schönheit. Wer eine coole Retro-Ente erwartet, dürfte enttäuscht werden.
Darauf lassen auch Aussagen von Citroën-Chef Xavier Chardon schließen: „Uns geht es nicht um Nostalgie. Wir wollen die ursprüngliche Idee des 2CV neu interpretieren: erschwingliche, einfache und emotionale Mobilität für möglichst viele Menschen. Deshalb planen wir ein rein elektrisches Fahrzeug, das in Europa gebaut wird und ohne staatliche Förderungen weniger als 15.000 Euro kosten soll.“
Im Jahr 2028 soll der Wagen auf den Markt kommen, genau 80 Jahre nach dem Debüt des Originals. Auf dem Pariser Salon im kommenden Herbst soll der Ausblick konkreter werden: „Wir werden eine Studie präsentieren, die bereits sehr nah am späteren Serienmodell ist. Der neue 2CV wird auf unserer künftigen eCar-Plattform basieren“, trotzdem soll er zumindest vom Verständnis her viel Ur-2CV mitbringen: „Der ursprüngliche 2CV sollte Mobilität demokratisieren. Genau diesen Ansatz greifen wir wieder auf. Natürlich richten wir uns heute nicht mehr an die Bauern der Nachkriegszeit. Ich denke eher an Menschen wie Pflegekräfte oder andere Berufsgruppen, die täglich viele Wege zurücklegen und zu Hause oder bei der Arbeit laden können. Gleichzeitig wird der neue 2CV ein echter Citroën sein. Komfort bleibt ein zentrales Element der Marke und wird auch dieses Modell prägen.“
Es ist also davon auszugehen, dass auch der 2CV das hauseigene Advanced-Comfort-Fahrwerk hat, dessen Stoßdämpfer über je zwei hydraulische Endanschläge verfügen, die besonderen Fahrkomfort ohne Kompromisse bei der Fahrpräzision ermöglichen. Entscheidend sei eine klare Markenidentität, sagt Chardon. Der Komfort unterscheide Citroën beispielsweise von Peugeot, das stärker fahrerorientiert ausgerichtet sei.
Dennoch sei es notwendig, bei einem Auto dieser Preisklasse klare Prioritäten zu setzen. „Der neue 2CV soll bewusst nicht übertechnisiert werden. Wir werden nicht dem Trend folgen, überall Bildschirme einzubauen, wie es manche chinesischen Hersteller tun. Stattdessen setzen wir auf einfache, intelligente und nützliche Lösungen. Technologie soll einen konkreten Nutzen haben und nicht zum Selbstzweck werden.“
Eine Prioritäten: ein Preis um die 15.000 Euro.
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