Es zeugt von Empathie, wenn man auch armen Hunden und Katzen aus dem Ausland hilft. Der Import kann aber noch mehr Tierleid bedeuten – und zwar wenn der Vierbeiner dann ins Heim abgeschoben wird. Was auch in der Steiermark Realität ist.
Katharina Gründl, Sprecherin der „Arche Noah“, kennt die Misere nur zu gut: „Bei uns sitzen viele Hunde, die aus dem Ausland geholt wurden – weil man ihnen ,helfen’ wollte. Sie entweder mit aus dem Urlaub oder über eine Tierschutzorganisation hereingeholt hat.“
Schmutziges Geschäftsmodell
Aber: „Die meisten erwarten dann ein perfektes, fertiges Paket. Und das ist halt bei ehemaligen Straßen- oder Herdenschutzhunden, die jetzt vielleicht in eine Wohnung in der Stadt kommen, oft genug nicht der Fall. Oder sie sind nicht stubenrein, haben Verlassensängste, sind verängstigt.“
Es gibt Organisationen, die Auslandstierschutz zum Geschäftsmodell machen. Tiere nehmen, rührende Geschichten dazu stellen - und mit ihnen Geld machen.

Maggie Entenfellner, Chefin der Tierecke
Bild: Reinhard Holl
Erbärmlich: „Viele Tiere kriegen nicht einmal die Chance, hier richtig anzukommen, sondern landen schon nach wenigen Tagen in einem Tierheim, weil sie nicht ,funktionieren’.“ Zum Tierleid überfüllt und belastet das unsere Heime!
Hunde aus Ägypten
Einen extrem krassen Fall hat jetzt eine herzensgute Steirerin auszubaden. Verena Klug bekam über soziale Medien mit, dass zwei Hunde, einer davon behindert, von ägyptischen Straßen geholt und nach Wien gebracht worden sind. Unfassbar: „Weil man sie offenbar nirgends untergebringen konnte, wurden sie in Wien ausgesetzt! Bei 35 Grad. In einer völlig fremden Stadt.“
Der Frau ließ das keine Ruhe, „ich konnte das herzige Duo, das nur sich selbst hatte, doch nicht ihrem Schicksal überlassen“. Sie setzte alle Hebel in Bewegung. Und konnte die Tiere nun auf einer liebevollen Pflegestelle, die auch auf gehandicapte Hunde spezialisiert ist, gut unterbringen.
Hohe Tierarzt- und Unterbringungskosten
Doch die hohen Kosten – einer der Hunde hat eine Lähmung, braucht sogar einen Rollstuhl – bringen sie über ihre Grenzen. „Einschläfern ist keine Option. Trotz allem, was diese Tiere mitgemacht haben, sind sie so lieb zu Menschen, stecken voller Lebensfreude. Sie verdienen eine Chance.“
„Plan B kann nicht das Heim sein“
Auch unsere Tierecke-Chefin Maggie Entenfellner tritt vehement dagegen auf, ohne Sinn und Verstand Tiere aus dem Ausland zu holen. „Ich kann das nur dann akzeptieren, wenn vorher ganz klar ist, auf welchen sicheren Platz sie kommen. Wenn man ganz genau weiß, was man sich da unter Umständen an Problemen ins Haus holt. Und man einen Plan B hat, sollte das Tier nicht auf dem Platz bleiben können – wobei dieser Plan B nicht das Heim sein kann.“ Sie fordert eine strenge Restriktion für Auslandstiere, zumal das oft genug „Geschäftsmodell“ sei.
Unsere Tierecke unterstützt die Grazerin, die die beiden ägyptischen Hunde nicht im Stich gelassen hat. Wenn Sie in diesem oder ähnlichen Fällen helfen möchten:
Verein „Freunde der Tierecke“
IBAN: AT93 6000 0000 9211 1811
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