Wer in den Neunzigern oder frühen Zweitausendern aufgewachsen ist, kennt sie noch: Tamagotchis, Digicams, Pokémon-Karten, Diddl-Blöcke oder den iPod. Doch ausgerechnet jetzt feiern viele dieser Produkte ein überraschendes Comeback – und zwar nicht nur bei Millennials, sondern vor allem bei der Generation Z.
Denn eine aktuelle Auswertung von Kleinanzeigen zeigt: Die Nachfrage nach Retro-Produkten steigt seit Jahren rasant. Besonders gefragt sind alte Digitalkameras, Walkmans, iPods und Kult-Spielzeuge. Die Suchanfragen nach Digicams haben sich seit 2021 sogar um mehr als 3600 Prozent erhöht.
Nostalgische Produkte
Laut einer begleitenden Umfrage kaufen vor allem junge Menschen nostalgische Produkte nicht nur wegen Erinnerungen, sondern auch wegen ihres Designs, ihrer Qualität und ihrer Einzigartigkeit.
Zwischen Kindheitserinnerung und Sammelfieber
Doch hinter dem Trend steckt mehr als bloße Nostalgie. Viele junge Menschen sammeln heute Dinge, die sie selbst nie besessen haben – oder teilweise sogar zu jung waren, um sie bewusst erlebt zu haben.
„Pack Openings“ auf TikTok
Das zeigt sich auch in Österreich. Wer zuletzt bei Müller nach Pokémon- oder One-Piece-Karten gesucht hat, fand vielerorts nur noch stark ausgedünnte Regale vor. Trading Cards gehören aktuell zu den gefragtesten Sammelprodukten überhaupt. Auf TikTok und Instagram erzielen Videos von sogenannten „Pack Openings“, bei denen seltene Karten gezogen werden, regelmäßig Millionen Aufrufe.
Panini-Sticker kurzzeitig ausverkauft
Auch andere Sammelprodukte erleben derzeit einen Boom. Rund um die Fußball-WM 2026 waren die neuen Panini-Sticker bereits kurz nach Verkaufsstart vielerorts vergriffen. Ähnlich sieht es bei LEGO-Sets, Tamagotchis oder bestimmten Digicam-Modellen aus.
Nicht nur Nostalgie, sondern auch Wert
Die Kleinanzeigen-Daten zeigen, dass sich die steigende Nachfrage mittlerweile auch auf die Preise auswirkt. So legten etwa Tamagotchis, Digicams und iPods in den vergangenen Jahren am Zweitmarkt deutlich an Wert zu. Viele Produkte werden nicht mehr hergestellt, gleichzeitig sorgen Social-Media-Hypes für zusätzliche Nachfrage.
Experten sehen darin eine Mischung aus Nostalgie, Sammelleidenschaft und dem Wunsch nach etwas Greifbarem in einer zunehmend digitalen Welt. Während Musik gestreamt und Fotos am Smartphone gespeichert werden, bieten Sammelkarten, alte Technik oder LEGO-Sets etwas, das man tatsächlich besitzen, sammeln und weitergeben kann.
Ein Stück Kindheit
Genau diese Mischung macht den aktuellen Retro-Boom so erfolgreich. Denn viele kaufen die Produkte nicht nur wegen schöner Erinnerungen, sondern auch wegen der Hoffnung, einen seltenen Sammlerschatz zu ergattern – oder ein Stück Kindheit nachzuholen, das sie vielleicht nie selbst erlebt haben.
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