„Kein Tropfen Öl“

2 Euro! Neues Preisdesaster an unseren Zapfsäulen

Wirtschaft
20.07.2026 13:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Spritpreise ziehen weiter an! Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran und Zwischenfällen in der Straße von Hormuz sind die globalen Ölpreise kurzzeitig explodiert. An den heimischen Zapfsäulen wurde daraufhin vielerorts erneut die Zwei-Euro-Marke übersprungen.

Angesichts des zunehmenden militärischen Schlagabtauschs zwischen den USA und dem Iran zeigt sich an Österreichs Tankstellen erneut eine Preisexplosion. Eine Entspannung rückt damit in weite Ferne. Das Weiße Haus bereitet sich Berichten zufolge zudem auf eine weitere Eskalation des Krieges vor, das Pentagon verlegt in rasantem Tempo Truppen. 

„Kein einziger Tropfen Öl und Gas“
In der Nacht auf Montag wurden überdies Tanker in der Straße von Hormuz angegriffen. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, zwei Schiffe seien auf der Südroute gesprengt worden – und erklärten, solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher.

Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag lediglich vier Schiffe die Meerenge; am Samstag waren es acht gewesen. Nach den aktuellen Vorfällen gilt eine Zunahme als unwahrscheinlich.

Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel deswegen erneut gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kletterte in der Nacht um bis zu fast vier Prozent auf 91,42 US-Dollar (79,95 Euro) und damit zum ersten Mal seit Anfang Juni über die Marke von 90 Dollar. Der Markt beruhigte sich aber im Laufe des Vormittags und steht aktuell bei 88,18 Dollar – nahezu das Niveau von Freitag

Zwei-Euro-Marke erneut gefallen
Heimische Tankstellenbetreiber reagierten um 12 Uhr dennoch mit einer scharfen Korrektur. In Wien, Innsbruck und Salzburg wurde laut ÖAMTC-Webseite die Zwei-Euro-Marke beim Diesel zum Teil überschritten. Ein Liter Super-Benzin kostete in der Hauptstadt etwa 1,85 Euro.

Die Dieselpreise lagen Montagmittag um die Zwei-Euro-Marke.
Die Dieselpreise lagen Montagmittag um die Zwei-Euro-Marke.(Bild: ÖAMTC)

Der düstere Trend der vergangenen Wochen setzt sich damit nahtlos fort. Die Spritpreise in Österreich sind zuletzt deutlich angestiegen – und liegen aktuell etwa 32 und 24 Cent über den Tiefstwerten der vergangenen Wochen.

Herr und Frau Österreicher mussten zuletzt vor allem in Tirol, Wien und Salzburg besonders tief in die Tasche greifen. Auch in Oberösterreich lagen die Kosten für eine Tankfüllung über dem Bundesdurchschnitt. Weltweite Reisewellen stützen die steigenden Preise zusätzlich.

Österreich hinkt im EU-Vergleich hinterher
Der ÖAMTC kritisierte zuletzt, dass im Juni die gesunkenen Rohölpreise nur teilweise an den Tankstellen angekommen sind. Demnach ist die Differenz zwischen den Nettopreisen für Benzin bzw. Diesel und dem Preis für einen Liter Öl aktuell deutlich höher als noch vor dem Iran-Krieg.

Die Österreicher haben aufgrund der Öl-Multis somit weniger im Börserl und müssen nun noch tiefer in die Taschen greifen. Der ÖAMTC forderte in diesem Zusammenhang eine Untersuchung und stärkere Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super.

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Es ist völlig unverständlich, dass die bisherige Margenregelung abgeschwächt wurde.

ÖGB zur Spritpreisbremse

In Österreich sei die Situation besonders alarmierend: Ein Blick auf die Zahlen der Europäischen Kommission zeige, dass die Nettopreise für Kraftstoffe in Österreich im Juni weniger stark gesunken sind als im EU-Durchschnitt. „Auch dies könnte darauf hindeuten, dass die günstigeren Rohölpreise in Österreich trotz Verordnung nicht vollständig an die Verbraucher:innen weitergegeben wurden“, warnte der Club.

Dass die Spritpreisbremse der Bundesregierung im Juli planmäßig weiter reduziert wurde, rundet diesen unappetitlichen Teuerungscocktail ab. 

ÖGB fordert neue Preiseingriffe
Der Gewerkschaftsbund (ÖGB) drängt angesichts der neuerlichen Eskalation im Nahost-Krieg auf eine „wirksame Margenregelung“ für Diesel und Heizöl. Im Rahmen der Spritpreisbremse war der von Wirtschaftsvertretern kritisierte Margeneingriff bereits im Juni gefallen, seitdem wird nur mehr die Mineralölsteuer (MöSt) gesenkt.

„Es ist völlig unverständlich, dass die bisherige Margenregelung abgeschwächt wurde – vor allem, da der Konflikt im Nahen Osten noch lange nicht gelöst sein wird“, kritisierte Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats des ÖGB. Die

Preisbremse inklusive Margeneingriff „war und ist ein Instrument mit nachweisbarer Wirkung“. Außerdem brauche es mehr Transparenz bei der Preisbildung, hieß es in einer Aussendung.

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