Erneute Angriffswelle

Iran-Präsident spricht von „totalem Krieg“ mit USA

Außenpolitik
21.07.2026 10:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Nahen Osten eskaliert die Lage immer weiter. Nach einer erneuten Angriffswelle von den USA erklärte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian am Montag: „Die Realität ist, dass die Islamische Republik Iran heute einem totalen Krieg gegenübersteht“. Dieser werde von den USA geführt.

Das US-Militär verkündete, dass es seine zehnte Angriffswelle in Folge gegen den Iran gestartet hat. Ihr erklärtes Ziel sei es, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erzwingen. Bei Angriffen auf Tabris kam demnach ein Mensch ums Leben, weitere wurden verletzt. Teheran meldete zudem neue Angriffe auf Buschehr, das einzige aktive Atomkraftwerk des Landes, sowie auf die im Bau befindliche Anlage Darkhovin, wie der "Guardian" berichtete.

Vermittler bemühen sich um Waffenruhe
Vermittler bemühen sich indes um eine neue Waffenruhe. So hätten etwa Katar, Ägypten und Pakistan beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe gemacht, wie das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete. Unterdessen wehrten Jordanien, Bahrain und Kuwait erneut einen iranischen Beschuss ab.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian fand am Montag drastische Worte für die Situation im ...
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian fand am Montag drastische Worte für die Situation im Iran.(Bild: AP/Iranian Presidency Office)

Jordanien und Golfstaaten beklagen iranische Angriffe
In der Nacht auf Dienstag seien fünf iranische Drohnen abgefangen worden, teilten die jordanischen Streitkräfte mit. Verletzte oder Sachschäden habe es nicht gegeben. In Jordanien sind wie in den Golfstaaten US-Soldaten stationiert. Auch der Golfstaat Kuwait meldete in der Nacht die Abwehr „feindlicher Raketen- und Drohnenattacken“ auf der Onlineplattform X. Die Streitkräfte warfen dem Iran vor, gezielt Zivilisten und zivile Einrichtungen in Bahrain anzugreifen.

Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social mit Vergeltungsschlägen gegen den Iran.
Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social mit Vergeltungsschlägen gegen den Iran.(Bild: Screenshot/Truth Social @realDonaldTrump)

Trump droht mit Vergeltung
US-Präsident Donald Trump erklärte, die jüngsten Schläge der USA würden „zu Ehren“ der zuletzt getöteten US-Soldaten durchgeführt. „Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Drei amerikanische Soldaten wurden in den vergangenen Tagen getötet – zwei bei iranischen Angriffen in Jordanien, ein weiterer im Irak.

Zahlreiche Tote seit Kriegsbeginn
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar fielen nach US-Angaben 17 amerikanische Soldaten. Der Iran spricht von bislang 50 Toten und mehr als 500 Verletzten. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich aber für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

Das Balkendiagramm zeigt Angriffe im Iran-Krieg von 28. Februar bis 8. Juli. Die Angriffe auf den Iran durch USA und Israel nehmen bis Anfang April stark zu, fallen dann ab und steigen im Juli wieder leicht an. Iranische Angriffe auf Israel und Golf-Staaten sind zu Beginn des Jahres am häufigsten und bleiben nach der Waffenruhe auf niedrigem Niveau. In Libanon ist die Zahl der Angriffe Israels und der Hisbollah bis April hoch, sinkt dann und nimmt im Juni und Juli wieder leicht zu. Quelle: Armed Conflict Location & Event Data (ACLED).

Öltanker in der Straße von Hormuz attackiert
Der Iran verschärft nun auch den Druck auf die Straße von Hormuz. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) meldeten, zwei Öltanker seien bei dem Versuch, die Meerenge zu passieren, in die Luft gesprengt worden. Der Iran verlangte, dass Schiffe eine Route entlang seiner Küste nehmen. Nur diese Route sei sicher.

ASEAN-Außenminister fordern sofortiges Ende der Gewalt
Zuletzt forderte auch die südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN ein sofortiges Ende der Gewalt im Iran. Mit Blick auf die Bedeutung Asiens für den Welthandel forderten die Außenminister der zugehörigen Staaten in einer Erklärung auch die ungehinderte Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz. Der Staatengemeinschaft gehören elf Länder an, darunter Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur.

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