Wiener Kanzlei prüft

Selbstfahren: Traum für zig Tesla-Fahrer geplatzt

Gericht
21.07.2026 05:00

Herumkutschiert werden, bleibt für zahlreiche Tesla-Kunden wohl doch nur ein teurer Wunsch – denn viele haben wohl für eine leere Versprechung bereits bezahlt. Eine Wiener Kanzlei startet jetzt eine Sammelaktion.

Im eigenen Auto hinterm Steuer sitzen – und trotzdem herumkutschiert werden. Das war der Traum vieler Österreicher, als sie sich bereits vor Jahren einen Tesla zulegten. Dieser dürfte jetzt aber geplatzt sein: Tesla warb schon 2016 damit, dass ihre Elektroautos in Zukunft in der Lage sein werden, autonom zu fahren und auch die dafür notwendige Hardware bereits zu haben.

Alles nur leere Versprechungen?
Keine billige Angelegenheit; das kostete nämlich über 6000 Euro extra. Und selbstfahrende Autos waren da freilich noch lange nicht in Sicht und auch bis heute in Österreich nicht zugelassen. Doch das Versprechen: Sollte sich das ändern, reicht ein einfaches Software-Update und die Hände können vom Lenkrad bleiben. Ganz so einfach scheint es jetzt aber doch nicht zu sein.

Trotz geplanten Mikrofabriken, Vertrag nicht erfüllt
Denn Tesla-Chef Elon Musk gab dieses Frühjahr im Rahmen einer Aktionärsveranstaltung zu, dass die neue Software, die in einigen EU-Ländern sogar schon zugelassen ist, für ältere Autos gar nicht funktioniert. Genauer jene, in denen die sogenannte „Hardware 3“ verbaut ist. Und bis Anfang 2024 waren das in Europa alle Model 3 und Model Y ...

Alleine in Österreich wurden schätzungsweise 30.000 Tesla-Autos mit der „alten“ Technik ...
Alleine in Österreich wurden schätzungsweise 30.000 Tesla-Autos mit der „alten“ Technik verkauft.(Bild: AFP/MARIO TAMA)
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Auf der Website wurde Käufern zugesichert, dass ihr Tesla autonom fahren können wird. Es wurde also nicht vertragsmäßig geliefert.

Clemens Stegner von fokus Rechtsanwälte

Musks Lösung? Er möchte Mikrofabriken in ganz Europa errichten, in denen die Nachrüstung stattfindet. Wann und wo? Das weiß noch keiner.

Rechtsanwalt Clemens Stegner weiß: „Den Käufern wurde zugesichert, dass die Hardware ihres Fahrzeugs autonomes Fahren ermöglicht. Wenn diese Hardware genau das nachweislich nicht kann, wurde nicht vertragsmäßig geliefert.“ Die Wiener Kanzlei fokus Rechtsanwälte startete deswegen die Initiative „kein-autonomes-fahren.at“.

Schätzungsweise 30.000 Autos betroffen
Teslakunden können herausfinden, ob es sich bei ihrem E-Auto um eines der betroffenen handelt. Denn laut Stegner ergeben sich durch diesen Vertragsbruch potenziell Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche: „Ziel ist es, Geschädigten mit möglichst geringem Kostenrisiko zu ihren Ansprüchen zu helfen.“ Bereits zig Tesla-Fahrer haben sich gemeldet. Alleine in Österreich sind rund 30.000 Autos mit der Hardware 3 verkauft worden.

Das Ziel: Gegen den Milliarden-Konzern mit einem Präzedenzfall vor Gericht ziehen. Damit die Kunden, die fieberhaft auf ihre selbstfahrenden Autos gefreut haben, zumindest ihr Geld zurückbekommen.

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