Von wegen billiger

Deutsche E-Auto-Prämie pusht Preise nach oben

Motor
03.06.2026 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Staatliche Förderung für Elektroautos soll den Kauf grundsätzlich günstiger und damit Neuwagen erschwinglicher machen. Berechnungen des CAR-Instituts zeigen in Deutschland aber den gegenteiligen Effekt.

Die neue staatliche Förderung für Elektroautos lässt nach Einschätzung des Center Automotive Research (CAR) die Rabatte auf Stromer sinken. Die Prämie wirke damit faktisch wie eine Preiserhöhung, so Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Demnach haben die Hersteller ihre Nachlässe auf E-Autos im Mai erneut leicht zurückgenommen.

Für die Analyse hat CAR die Preisentwicklung der 20 wichtigsten Elektroautos mit jener der 20 wichtigsten Verbrennermodelle verglichen. Bei den E-Autos lag der durchschnittliche Rabatt im Jänner noch bei 19,5 Prozent, sank im Mai dann auf 18,6 Prozent. Bei den Verbrennern blieb der Nachlass dagegen nahezu stabil und lag im Mai bei 18,4 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Abstand bei den tatsächlich gezahlten Preisen zwischen E-Autos und Verbrennern auf 1971 Euro. Seit Dezember hat sich die Differenz damit um 643 Euro erhöht. 

Nach Einschätzung von Dudenhöffer gewöhnt sich der Markt an die staatliche Unterstützung. Vor allem Volumenmarken hätten ihre Rabatte in den vergangenen Monaten reduziert. In einer erweiterten Auswertung der 25 wichtigsten E-Modelle zeigen sich der Studie zufolge unter anderem bei BYD, Cupra, Hyundai, Opel und Kia geringere Nachlässe. Tesla habe zudem im Mai seine zuvor gewährte Förderung von 3000 Euro für das Model Y nicht fortgesetzt. Die staatlichen Förderprämien selbst sind in den Berechnungen nicht enthalten. 

Kritisch bewertet das Institut auch die Wirkung auf deutsche Premiumhersteller, die vergleichsweise wenig von der auf einkommensschwächere Haushalte zugeschnittenen Prämie profitieren. Sie halten ihre Rabatte daher mit Ausnahme von Mercedes der Studie zufolge weiter hoch oder haben sie sogar leicht erhöht. Da viele ihrer Elektroautos in Deutschland produziert würden, gehe die Förderung teilweise an inländischer Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vorbei.

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