Doch Einzeltäter?

„Beifahrer“ des Berliner Attentäters wieder frei

Ausland
27.07.2026 10:40

War der Berliner Attentäter doch ein Einzeltäter? Der Verdacht gegen seinen mutmaßlichen Beifahrer hat sich doch nicht erhärtet. Am Sonntagabend ist der iranische Staatsbürger daher wieder freigelassen worden.

Augenzeugenberichte hatten zunächst das Interesse der Ermittler auf den Iraner gelenkt. Er soll ebenfalls im weißen Transporter gesessen sein, mit dem Abdul B. am Samstagabend in eine Menge feiernderder Christopher-Street-Day-Teilnehmer gerast und dabei eine Frau getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt hatte.

Zwei Airbags ausgelöst
Weil zwei Airbags ausgelöst worden waren, gingen die Ermittler tatsächlich zunächst von einem Beifahrer aus. Doch die Untersuchungen im Tatfahrzeug selbst haben dem Vernehmen nach keinerlei Hinweise darauf ergeben, dass der Iraner zu irgendeinem Zeitpunkt im Citroën Spacetourer gessessen war.

Der Generalbundesanwalt, der die Ermittlungen übernommen hat, geht aber weiterhin davon aus, dass B. Mithelfer bzw. Mitwisser hatte. Der Amokfahrer selbst konnte am Sonntagabend von der Polizei aufgespürt werden. Beim Zugriff durch das Sondereinsatzkommando wurde der 21-Jährige vom SEK erschossen, nachdem der Gesuchte mit einer Stichwaffe auf die Beamten losgestürmt war.

Polizei: „Mittlere zweistellige Zahl“ Gefährder in Berlin
In Berlin sind laut Polizei derzeit mehrere Dutzend islamistische „Gefährder“ aktiv. Konkret heißt es dazu in einer Antwort auf eine Anfrage der rechtspopulistischen AfD, im Bereich „religiöse Ideologie“ seien im vergangenen Jahr „eine mittlere zweistellige Zahl an Personen als Gefährder und eine mittlere zweistellige Zahl als relevante Personen“ aus dem islamistisch-terroristischen Spektrum eingestuft worden. Eine niedrige zweistellige Zahl dieser Menschen sitze im Gefängnis, andere seien frei.

Ein Teil hat die deutsche, der andere Teil eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Verfassungsschutz, der die extremistische Szene beobachtet, aber keine Straftaten verfolgt, nennt die Zahl von insgesamt knapp 2600 Anhängern islamistischer Ideologien in Berlin. Davon seien 980 „gewaltorientiert“.

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