72 Stunden, zehn Schleusen und kaum Schlaf: Extremathlet Marinus Obermair will die Donau von Passau bis Bratislava bezwingen – und damit Österreich erstmals komplett durchschwimmen.
Durch Österreich reisen? Das haben schon viele gemacht. Aber durch Österreich schwimmen? Genau das hat Marinus Obermair alias „MovelikeG“ vor.
Muss 350 Kilometer zurücklegen
Der 23-jährige Abenteuer-Creator aus Bayern will beim „yfood River Race 350“ rund 350 Kilometer auf der Donau zurücklegen. Von Passau geht es durch Österreich bis nach Bratislava – in nur 72 Stunden. Gelingt der Kraftakt, soll es der erste dokumentierte Weltrekord dieser Art sein.
Marinus ist bereits unterwegs: Am Sonntag um 17 Uhr fiel der Startschuss für die außergewöhnliche Challenge. Mittlerweile ist Montag, und der 23-Jährige hat bereits die ersten Kilometer auf der Donau hinter sich gebracht. Der Weltrekordversuch läuft – und noch liegen viele Kilometer vor ihm.
Idee entstand bei Restaurantbesuch
Die Idee entstand vor vielen Jahren bei einem Restaurantbesuch an der Donau. Als kleiner Bub faltete Marinus eine Serviette zu einem Boot und setzte sie ins Wasser. „Wo kommt das jetzt an?“, fragte er seinen Vater. Dessen Antwort: „Das schwimmt jetzt einmal ganz durch Österreich.“ Der Satz blieb hängen. Heute will Marinus genau das selbst tun – nur nicht mit einem Papierboot, sondern mit eigener Muskelkraft.
Wirklich jede Minute zählt
Geschwommen wird in mehreren Etappen, dazwischen kann sich der Extremsportler auf einem begleitenden Hausboot kurz erholen. Doch auch die Schleusenzeiten zählen zur Challenge. Bei rund zehn Schleusen können die Wartezeiten jeweils mindestens 45 Minuten, im schlimmsten Fall aber bis zu vier Stunden betragen. Jede Minute zählt. Denn Marinus muss die 72-Stunden-Marke trotz Strömung, Schiffsverkehr und unberechenbarer Schleusen halten.
Sogar Halluzinationen können auftreten
Vorbereitet hat sich der 23-Jährige monatelang – mit Ausdauertraining und Kälteanpassung. Die größte Herausforderung dürfte aber der Kampf gegen den eigenen Körper werden: Schlafentzug, Schmerzen, mentale Erschöpfung und sogar Halluzinationen können den Weltrekordversuch zur Tortur machen.
Begleitet wird der Extremsportler von einem Team aus Experten. Auch prominente Unterstützer wie Joey Kelly, Sophia Thomalla, DJ Ötzi und Luca Hänni sollen ihn während der Challenge motivieren.
Entlang der Strecke sind außerdem Community-Hotspots geplant – unter anderem in Linz und Wien. Fans sollen den Extremsportler dort anfeuern können.
Nach Arda Saatçi kommt jetzt also der nächste große Ausdauer-Hype:
Marinus ist Extremsport gewohnt: Er reiste bereits rund 90.000 Kilometer ohne Budget und ohne Flugzeug, durchquerte Australien mit dem Fahrrad und lief von Mexiko nach Kolumbien.
Jetzt wartet Österreich.
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