Steigende Kosten etc.

Diese Branchen stehen jetzt besonders unter Druck

Wirtschaft
27.07.2026 10:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Viele österreichische Unternehmen stehen derzeit unter Druck. Steigende Energie- und Materialkosten sowie eine schwache Konjunktur (jeweils 22 Prozent) sind die wichtigsten Belastungsfaktoren, wie eine Umfrage unter Restrukturierungs- und Sanierungsfachleuten von Banken zeigt.

Demnach geht fast jede zweite befragte Person (47 Prozent) davon aus, dass der Höhepunkt der Restrukturierungswelle im zweiten Halbjahr 2026 erreicht werden wird. Ungefähr jede fünfte Person (21 Prozent) erwartet den Höhepunkt hingegen im ersten Halbjahr 2027. „Viele Unternehmen stehen nicht vor einem einzelnen Problem, sondern vor einer Gleichzeitigkeit mehrerer Belastungen: hohe Kosten, schwächere Nachfrage, geopolitische Unsicherheit und teils eingeschränkter Finanzierungsspielraum (...)“, sagte Jürgen Kogler, Partner bei EY-Parthenon Österreich. EY-Parthenon ist eine der weltweit größten Strategieberatungen.

Laut den Fachleuten sind vor allem der Automotive-Sektor, der Handel, die Immobilienbranche, Produktion und der Bausektor (Bau und Baumaterialien) betroffen. „Der Druck im Automotive-Sektor wirkt entlang ganzer Wertschöpfungsketten – von Zulieferern über Produktionsbetriebe bis zu industrienahen Dienstleistern. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im Handel, dass die schwache Konsumstimmung und hohe Kostenbelastung zunehmend auch konsumnahe Branchen treffen“, sagte Ben Trask, Partner bei EY-Parthenon Österreich.

Mehr Unternehmenszusammenschlüsse
Wenn ein Unternehmen nicht gut läuft, wird üblicherweise versucht, es zu restrukturieren, sprich finanzielle und organisatorische Veränderungen vorzunehmen, wie Entlassungen, die Ausgliederung von einzelnen Prozessen in ein anderes Unternehmen oder die Änderung des Geschäftsmodells. Laut den befragten Fachleuten werden in so einem Fall häufig die Kreditvereinbarungen angepasst. Zudem würden die Insolvenz und Liquidation an Bedeutung gewinnen. 18 Prozent der Befragten nannten diese Maßnahmen für das erste Halbjahr 2026 als häufigste Lösung. Zudem gebe es mehr Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen.

Den Banken ist es laut der Umfrage wichtig, außergerichtliche Lösungen zu finden, und dass die Eigentümerinnen und Eigentümer ihren Teil beitragen. Um eine Restrukturierung zu unterstützen, legen die Geldinstitute auf einen glaubwürdigen Businessplan Wert.

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