Nach jahrelangem Rosenkrieg ist jetzt ein spektakuläres Urteil gefallen: Der südkoreanische KI-Milliardär Chey Tae-won muss seiner Ex-Frau Roh Soh-yeong umgerechnet rund 568 Millionen Euro zahlen. Damit endet vorerst einer der aufsehenerregendsten Scheidungsprozesse Asiens, der wegen seiner Dimensionen bereits als „Scheidung des Jahrhunderts“ bezeichnet wird.
Die Ex-Frau des Unternehmers hatte sogar die Hälfte seines Vermögens gefordert – fast eine Milliarde Dollar. Das Berufungsgericht sprach ihr nun jedoch einen deutlich geringeren, aber immer noch gewaltigen Betrag zu.
Affäre zerstörte Vorzeige-Ehe
Die Geschichte hinter dem Millionen-Urteil sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Chey Tae-won, Vorsitzender des südkoreanischen Mischkonzerns SK Group, machte 2015 seine Affäre öffentlich. In einem offenen Brief erklärte er damals, dass er sich in eine andere Frau verliebt habe und mit ihr bereits ein gemeinsames Kind habe.
Gleichzeitig bat er um ein „sauberes Ende“ seiner damals 27 Jahre dauernden Ehe.
Die Enthüllung erschütterte Südkorea. Die Ehe des Unternehmers mit Roh Soh-yeong galt lange als gesellschaftliches Vorzeigeprojekt. Roh ist die Tochter des ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Roh Tae-woo. Ihre Hochzeit im Jahr 1988 im Präsidentenpalast hatte landesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.
KI-Boom machte den Streit noch teurer
Der Rechtsstreit gewann in den vergangenen Jahren zusätzlich an Brisanz, weil Cheys Vermögen explosionsartig anstieg. Als Chef der SK Group profitierte er enorm vom weltweiten Boom rund um Künstliche Intelligenz. Vor allem die Beteiligung an dem Chip-Hersteller SK Hynix, einem wichtigen Zulieferer des KI-Giganten Nvidia, ließ sein Vermögen in die Höhe schnellen.





Zeitweise wurde der 65-Jährige auf rund fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Das Gericht legte seiner Berechnung allerdings den Unternehmenswert zugrunde, bevor die Aktie im Zuge des weltweiten KI-Hypes massiv zulegte.
Deshalb fiel die zugesprochene Summe deutlich niedriger aus als von Roh gefordert.
Weitere Klagen sorgten für Wirbel
Der Rosenkrieg beschränkte sich nicht nur auf die Scheidung. Roh verklagte auch Cheys langjährige Partnerin Kim Hee-young, die unter dem englischen Namen Chloe bekannt ist. Ein Gericht entschied später, dass Chey und Kim gemeinsam Schadenersatz zahlen müssen, weil die Affäre und das gemeinsame Kind zum Scheitern der Ehe beigetragen hätten.
Zusätzlich wurde vor Gericht über die Entstehung des SK-Imperiums gestritten. Rohs Anwälte argumentierten, ihr verstorbener Vater habe der Unternehmerfamilie in den Anfangsjahren heimlich finanzielle Unterstützung zukommen lassen.
Die Gegenseite bestritt diese Vorwürfe jedoch entschieden. Geht der Milliarden-Streit jetzt weiter? Ob das Urteil tatsächlich das letzte Wort ist, bleibt offen. Die Anwälte des Unternehmers prüfen bereits, ob sie den Fall vor Südkoreas Oberstem Gerichtshof weiterziehen.
Es geht aber noch teurer
Zu den teuersten Scheidungen der Geschichte zählt weiterhin die Trennung von Microsoft-Gründer Bill Gates und Melinda French Gates: Die Vermögensaufteilung hatte einen geschätzten Wert von rund 76 Milliarden US-Dollar. Auf Platz zwei folgt Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen Ex-Frau MacKenzie Scott bei der Scheidung 2019 Amazon-Aktien im Wert von rund 38 Milliarden US-Dollar erhielt.
Den dritten Platz belegt die spektakuläre Trennung des Kunsthändler-Paares Alec und Jocelyn Wildenstein, die Schätzungen zufolge rund 3,8 Milliarden US-Dollar kostete. MacKenzie Scott machte danach auch als Philanthropin Schlagzeilen: Sie spendete 2025 Milliardenbeträge und zählt heute zu den großzügigsten Wohltäterinnen der Welt.
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