Haben Sie schon einmal Bouldern ausprobiert? Bewegungsexperte Philipp Jelinek hat das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe für die „Krone“-Leser getestet. „Es ist eine neue Herausforderung, die Spaß macht“, so sein Fazit. Lesen Sie mehr über diese Sportart und was Sie dabei beachten sollten.
Wenn man von Klettern spricht, ist in der Regel das Erklimmen höherer Wände mit Seil und Klettergurt gemeint. Diese Kletterdisziplin gilt oft als „Marathon“, bei dem Ausdauer, Routenplanung und längere Belastungen im Vordergrund stehen. Im Unterschied dazu ist das Bouldern eher der „Sprint“: kurz, intensiv, technisch anspruchsvoll. Geklettert wird dabei ohne Seil in Absprunghöhe von etwa drei bis vier Metern, geschützt durch dicke Matten am Boden. Gerade dieser Unterschied macht auch die Diskussion spannend: Ist Bouldern eher etwas für jüngere Menschen?
Tatsächlich ist beim Bouldern die Belastung durch dynamische Züge, Sprünge und mögliche Stürze höher. Auch das Verletzungsrisiko – etwa für Finger, Schultern oder Sprunggelenke – ist hier tendenziell größer. Klettern am Seil hingegen ist kontrollierter und durch moderne Sicherungssysteme risikoärmer, weshalb es oft auch für ältere Einsteiger geeigneter erscheint. Dennoch: Mit sauberer Technik und angepasstem Training kann man in jedem Alter bouldern.
Körperlich ist Bouldern extrem effektiv. Trainiert werden vor allem die Unterarmmuskulatur (Griffkraft), Schultern, Rücken und die Rumpfmuskulatur. Gleichzeitig fordert es Koordination, Beweglichkeit und Körperspannung. Jede Route ist wie ein Rätsel, das Kraft und Technik kombiniert. Beim Seilklettern hingegen sind zusätzlich noch Ausdauer und mentale Stärke gefragt, da längere Routen hohe Konzentration verlangen.
Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?
Eine gewisse Grundfitness und Beweglichkeit sind von Vorteil, und am besten gelingt der Einstieg in einer Kletterhalle mit Einführungskursen. Dort lernt man Falltechnik, Griffarten und Bewegungsabläufe, diese sind entscheidend, um effizient und verletzungsfrei zu trainieren.
Ob Sprint oder Marathon: Beide Disziplinen bieten ein ganzheitliches Training für Körper und Kopf. Also raus oder Komfortzone und mal etwas Neues ausprobieren.
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