Zum Einkaufen ins Ausland fahren, weil es dort billiger ist? Es könnte sich lohnen. Eine neue Preiserhebung der Arbeiterkammer Tirol zeigt: Der „Österreich-Aufschlag“ lebt weiter – und trifft Konsumenten mit voller Wucht. Ein und derselbe Artikel ist hierzulande im Schnitt um fast 26 Prozent teurer als in Deutschland.
Besonders bitter: Sogar heimische Klassiker wie Almdudler oder Red Bull sind jenseits der Grenze oft deutlich billiger zu haben. „Es gibt kein logisches Argument für derart hohe Preisunterschiede“, poltert AK-Tirol-Präsident Erwin Zangerl und fordert mehr Transparenz entlang der Lieferkette.
Die Zahlen der aktuellen AK-Erhebung haben es in sich: Ein Warenkorb mit 54 identen Markenartikeln kostete in Österreich durchschnittlich 243,99 Euro, in Deutschland dagegen nur 194,49 Euro – ein Unterschied von 25,45 Prozent.
Der Österreich-Aufschlag ist eigentlich ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

AK-Tirol-Präsident Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Preisunterschied von bis zu 189 Prozent bei Chips
Besonders krass fiel der Unterschied bei den beliebten Crunchips aus: Die „Lorenz Crunchips Paprika“ kosteten in Österreich 2,89 Euro, in Deutschland gab es dieselbe Packung bereits um 1 Euro – ein Unterschied von unglaublichen 189 Prozent!
43 der 54 überprüften Produkte waren bei uns teurer, nur sechs günstiger. Sogar der teuerste Einkaufskorb in Deutschland war noch billiger als der günstigste in Österreich.
Der Handel verweist seit Jahren auf höhere Löhne, ein dichteres Filialnetz und Transportkosten. Für Zangerl sind diese Argumente aber nicht mehr nachvollziehbar: „Dass der Wettbewerb in Österreich bei Energie und Lebensmitteln viel zu gering ist, verschärft die Lage zusätzlich.“
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