Bei einer Fettleber (Metabolische Dysfunktion-assoziierten Fettlebererkrankung, MASLD) ist das Entgiftungsorgan mit dem Lebensstil nicht einverstanden! Leider zeigt es dies anfangs, wenn noch keine Entzündung vorliegt, nicht deutlich. Wer sein Leben nicht ändert, riskiert jedoch schlimme Folgen, bis hin zu Krebs. Jeder Dritte ist betroffen!
Die Fettleber, medizinisch Lebersteatose genannt, ist eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen weltweit. Viele bemerken gar keine Beschwerden. Bereits jeder Dritte ist betroffen – und die Zahlen steigen stark.
Ursachen gibt es viele: Neben Übergewicht, Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2 und erhöhten Blutfetten spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Alkoholkonsum kann eine Fettleber zusätzlich verschlechtern und muss diagnostisch mitberücksichtigt werden. Bleibt eine Fettleber jedoch unbehandelt, kann dies gravierende Folgen haben: von Entzündungen über Vernarbungen bis hin zu Leberzirrhose oder gar Leberkrebs.
Eine Entzündung kann zum Problem werden
„Die früher als Nicht-alkoholische Fettleber bezeichnete Erkrankung ist in den meisten Fällen die Folge eines Überangebotes an Zucker und Fett, das längere Zeit besteht und die Leber als zentrales Stoffwechselorgan einfach überfordert. Problematisch aus gesundheitlicher Sicht wird es dann, wenn aus der Fettleber eine Fettleberentzündung wird, aus der sich wiederum eine Leberzirrhose entwickeln kann“, erklärt dazu der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté.
Dr. Christian Maté: „Bei der Mittelmeerdiät werden vor allem frisches Gemüse, Salat, Bohnen, Nüsse, Olivenöl und Fisch konsumiert, während rotes Fleisch und Milchprodukte reduziert werden. Studien zeigen, dass diese Form der Ernährung bei nicht-alkoholischer Fettleber einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel und damit indirekt auf die Fettleber-Erkrankung hat. Aber auch Hinweise auf einen direkten positiven Einfluss auf die Leberveränderungen fanden sich bei den Auswertungen.“
Zur Abklärung gehören Laborwerte und die Erfassung von Risikofaktoren. Für die Einschätzung einer relevanten Fibrose (Vernarbung der Leber) werden nicht-invasive Scores (Rechenwerte aus Bluttests) wie FIB-4 und spezielle Messverfahren wie Elastographie eingesetzt; Ultraschall oder MRT können eine Leberverfettung darstellen.
Die Ursachen beheben
Die Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber bzw. Fettleber-Entzündung setzt an deren Ursachen an. Dazu zählen: Gewichtsreduktion bei Übergewicht, aktiverer Lebensstil mit ausreichend Bewegung sowie optimale Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte bei Diabetes und Senkung der erhöhten Blutfettwerte bei Hypercholesterinämie.
Grundsätzlich können die Veränderungen rückläufig sein, wenn entsprechende Maßnahmen gesetzt werden, um die Leber nicht weiter zu belasten bzw. zu schädigen.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner in Wien
Bild: Eva Manhart
Dr. Maté: „Diese Maßnahmen können auch Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, reduzieren. Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, sie zu ergreifen!“ Manche Medikamente vermögen ebenfalls eine Fettleber-Hepatitis auszulösen. Diese werden dann – in Absprache mit dem Arzt – abgesetzt bzw. verändert. Sinnvoll ist auch eine Impfung gegen Hepatitis A und B, damit eine Virusinfektion die ohnehin angeschlagene Leber nicht zusätzlich schädigt.
Vielversprechende Medikamente
In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Fortschritte in der medikamentösen Therapie von MASH erzielt. Einige neue Mittel aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten wirken vor allem über Gewichtsreduktion und Appetitregulation, erhöhen die Insulinsensitivität und verbessern Leberwerte und Entzündungen. Bei fortgeschrittener MASH mit relevanter Fibrose stehen inzwischen auch spezifische medikamentöse Optionen zur Verfügung.
Schwere Schäden ohne Behandlung
Wird nichts unternommen, kann sich aus einer Fettleber eine Fettleber-Entzündung entwickeln. Bei anhaltender Schädigung vermag diese zu einer sogenannten Leberzirrhose zu werden. Dabei kommt es zu narbenartiger Umwandlung des Lebergewebes, das dann seine Aufgaben nur mehr eingeschränkt erfüllen kann.
Im schlimmsten Fall entwickelt sich ausgehend von einer Leberzirrhose ein Karzinom, also ein bösartiger Tumor. Bei Leberzirrhose und Leberkarzinom kann unter Umständen eine Lebertransplantation als einzig wirksame Behandlung notwendig sein.
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