Österreichs Eishockey-Team schrieb am Sonntag in Zürich Geschichte: Nach dem dramatischen 4:2-Erfolg über Ungarn führt Rot-Weiß-Rot die Tabelle der Gruppe A vor den Großmächten Schweiz und Finnland an, startete erstmals seit 1947 wieder mit zwei Siegen in eine A-WM. Der vorzeitig geschaffte Klassenerhalt sorgt für Genugtuung – doch eines ist auch klar: Das Team hat bei dieser WM noch lange nicht genug!
Beim Gang durch die Interview-Zone der Swiss Life Arena in Zürich brüllten einige österreichische Cracks ihre Freude aus sich raus, strahlten alle um die Wette. Den vielen Zweiflern, die nach den zahlreichen Spieler-Absagen im Vorfeld der WM sogar den Klassenerhalt infrage gestellt hatten, gab dieses Team vorzeitig auf dem Eis die passende Antwort.
Routinier Bernd Wolf brachte es auf den Punkt: „Ich bin megastolz auf jeden Einzelnen, wir haben solch eine geile Truppe.“ Der Verteidiger stellte zugleich klar: „Nur weil wir zwei Spiele gewonnen haben, geben wir uns noch lange nicht zufrieden. Es wäre schade, wenn wir nun sagen, es ist gegessen, passt schon so. Wir wollen vielmehr weiter zeigen, was in uns steckt.“ Mit Lettland (am Dienstag um 16.20 Uhr), Vize-Weltmeister Schweiz (Mittwoch, 16.20 Uhr) sowie Deutschland, Finnland und Weltmeister USA warten nun andere Kaliber: „Jetzt kommen die big Boys auf uns zu – das gibt uns die Möglichkeit, mit der Aufgabe nochmals zu wachsen.“
Das sieht auch der Teamchef so: „Das nächste Ziel unserer rollenden Planung ist der dritte Sieg im Turnier.“ Mit einem Team, „dass in den letzten beiden Jahren einen wahnsinnigen Schritt nach vorne gemacht hat. Wenn junge Spieler dazu kommen, machen sie Schritte in die richtige Richtung, werden in Rollen gesteckt, die sie sonst nicht haben“, freut sich Verteidiger Thimo Nickl, der wie auch Peter Schneider bereits vier Scorerpunkte bei dieser A-WM verbucht hat, damit rangieren beide im Spitzenfeld der Punkte-Wertung.
Mit dem Doppelpack hatte er auch das Betreuerteam überrumpelt: Wir werden sieben, acht Minuten vor Ende eines Spiels immer gefragt, wer am Ende zum besten Spieler unseres Teams gekürt werden soll. In diesem Moent haben wir uns für Dominic Zwerger entschieden.“ Ehe Nickl mit dem Empty-Net-Tor drei Sekunden vor Schluss seinen Doppelpack schnürte: „Wenn ein Verteidiger zwei Tore schießt, sollte natürlich er der beste Spieler sein. Da muss ich mich bei Thimo entschuldigen“, sagte Bader mit einem Schmunzeln.
Leicht lachen hat jeder im Team nach diesem tollen Start – jetzt gilt es auszureizen, was nach dem sensationellen Viertelfinal-Einzug im Vorjahr heuer möglich ist. „Vielleicht fehlt im Vergleich zum letzten Jahr etwas die Qualität. Doch wir haben so einen guten Teamspirit, dass es schwierig wird, uns zu erschüttern. Das ist absolut ein Zeichen, dass wir in Österreich richtig gutes Eishockey spielen können, man den Jungs eine Chance geben muss“, sieht Wolf viel ungenütztes Potenzial im Liga-Alltag.
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