Containerdorf im Hafen

Hantavirus: Kreuzfahrtschiff jetzt in Rotterdam

Ausland
18.05.2026 11:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Montagvormittag ist das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“, auf dem das Hantavirus ausgebrochen war, im Hafen von Rotterdam eingetroffen. In den Niederlanden sollen die letzten 27 Menschen von Bord gehen, darunter 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Mitarbeiter. Für sie wurde im Hafen ein Containerdorf aufgebaut.

Alle Menschen, die an Bord waren, müssen vorerst in Quarantäne oder Selbstisolation. Das Schiff soll laut dem niederländischen Veranstalter Oceanwide Expeditions gründlich gereinigt und desinfiziert werden. An Bord war zuletzt auch die Leiche einer Deutschen, die am 2. Mai an den Folgen einer Infektion gestorben war. Bei dem Hantavirus-Ausbruch kamen insgesamt drei Personen ums Leben. Laut offiziellen Angaben wurde das Virus bisher bei sieben weiteren Personen bestätigt, zudem gibt es einen wahrscheinlichen Fall.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch weiterhin als niedrig ein. Zwar könnten bei Menschen, die an Bord des Kreuzfahrtschiffes „MV Hondius“ waren, weitere Fälle auftreten, das Risiko einer Weiterverbreitung dürfte aber sinken. So hätten die Passagierinnen, Passagiere und Besatzungsmitglieder inzwischen das Schiff verlassen und Kontrollmaßnahmen würden umgesetzt. Man werde die Lage weiter genau beobachten, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntagabend mit. 

Drei Menschen sind an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben.
Drei Menschen sind an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben.(Bild: AP/Patrick Post)
Im Hafen wurde ein Containerdorf für die letzten Menschen an Bord errichtet.
Im Hafen wurde ein Containerdorf für die letzten Menschen an Bord errichtet.(Bild: AP/Patrick Post)
(Bild: AP/Patrick Post)

Nur ein Stamm von Mensch zu Mensch übertragbar
Das Virus war während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden ausgebrochen. Es handelt sich um das Andesvirus, den einzigen Stamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist, allerdings nur bei engem oder längerem Kontakt mit einer infizierten Person. Der erste Nachweis einer Infektion wurde am 5. Mai gemeldet.

Die Erkrankung beginnt meist mit hohem Fieber, das mehrere Tage anhält, und von grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Muskelschmerzen begleitet wird. Ein bis 15 Prozent der Fälle nehmen einen tödlichen Verlauf. Hantaviren kommen weltweit vor. In Österreich ist die Rötelmaus als Wirtstier verbreitet.

Die „MV Hondius“ war zum Zeitpunkt des Ausbruchs mit etwa 150 Menschen an Bord unterwegs. Mehr als 120 von ihnen verließen vor ungefähr einer Woche das Schiff und traten von der spanischen Insel Teneriffa aus die Heimreise an. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs werden sie weiterhin medizinisch überwacht.

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