Die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit wird über die Gallengänge in die Gallenblase und von dort weiter in den Zwölffingerdarm geleitet. Ein Stau der Gallenflüssigkeit (Cholestase) kann das Gewebe der Leber schädigen. Lesen Sie, welche Ursachen dahinter stecken und welche Symptome auftreten.
Der Begriff Cholestase bezeichnet eine Verminderung und Unterbrechung des Gallenflusses. Dies kann mehrere Ursachen haben, wie Univ. OÄ Priv. Doz. DDr. Elisabeth Tatscher und Univ.- Prof. Dr. Peter Fickert, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, MedUni Graz, im Fachmagazin „Ärzte Krone“ berichten. Ein Gallenstau außerhalb der Leber (extrahepatisch) entsteht durch eine mechanische Behinderung der großen Gallengänge – etwa durch Gallensteine, Tumoren oder Verengungen.
Ursache außerhalb oder innerhalb der Leber
Staut die Gallenflüssigkeit hingegen innerhalb der Leber (intrahepatisch) ist die Problematik vielmehr auf eine Schädigung der kleinen Gallengänge bzw. Funktionsstörung der Leberzellen zurückzuführen. Häufig wird dies ausgelöst durch eine Infektion (Hepatitis), Reaktion auf Medikamente, auch pflanzliche Präparate oder übermäßiger Substanzkonsum (z.B. anabole Steroide, Abführmittel).
Auch chronische, durch Fehlfunktion des Immunsystems verursachte Lebererkrankungen – die primär biliäre Cholangitis (PBC) und primär sklerosierende Cholangitis (PSC) – können laut den Experten zu einem Gallenstau führen. PBC zerstört kleine Gallengänge in der Leber (betrifft oft Frauen mittleres Alter), während PSC die großen Gallengänge innerhalb und außerhalb der Leber durch Entzündungen verengt (häufig bei jüngeren Männern, oft in Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen).
Beschwerden treten oft erst spät auf
Typische Symptome sind Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus), ausgelöst durch den Gallenfarbstoff Bilirubin, dunkler Urin, heller Stuhl, rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Juckreiz am ganzen Körper (Pruritus) oder extreme Erschöpfung und Antriebslosigkeit (Fatigue). Chronische Lebererkrankungen aufgrund eines Gallenstaus verlaufen aber häufig über Monate oder Jahre ohne Symptome. Sie fällt daher oft erstmals bei einer Laboruntersuchung auf.
Eine Erhöhung der zwei spezifischen Werte ALP (alkalische Phosphatase) und GGT (Gamma-Glutamyltransferase) ist ein klassischer Hinweis auf eine Störung im Gallenfluss. Zur Abklärung der zugrundeliegenden Ursachen sollten eine genaue Anamnese (welche Medikamente werden eingenommen, Reisetätigkeiten, familiäre Vorerkrankungen, etc.), gründliche körperliche Untersuchung sowie Abdomensonografie (Ultraschall des Bauchraums) erfolgen.
Denn nur wenn die Ursache bekannt ist, kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Diese umfasst die Linderung der Symptome, medikamentöse Behandlung zur Eindämmung von Entzündungen und Verbesserung der Leberwerte bzw. Absetzen leberschädigender Arzneien sowie das Beseitigen/Erweitern von Blockaden und Engstellen. Im Spätstadium bzw. bei schwerem, irreversiblem Leberversagen und ausgeprägter Leberzirrhose hilft mitunter nur noch eine Lebertransplantation.
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