Niederösterreich hat am Donnerstag als erstes Bundesland eine Strategie für Rechenzentren vorgelegt. „Wir schaffen klare Regeln, klare Standorte und vor allem auch klare Prioritäten“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).
Rechenzentren sollen demnach dort entstehen, „wo ausreichend Energie verfügbar ist, die entstehende Abwärme sinnvoll genutzt werden kann und starke Netze vorhanden sind“. Die Reform des NÖ Raumordnungsgesetzes wird nächste Woche im Landtag beschlossen.
„Wenn wir über Rechenzentren sprechen, sprechen wir über eine der zentralen Standort- und Zukunftsfragen für Niederösterreich“, betonte Mikl-Leitner. Europa sei hier in einem problematischen Abhängigkeitsverhältnis, „weil dort, wo diese Zentren stehen, sind auch unsere Daten verwahrt“.
Die aktuell beim Land vorliegenden Ansuchen für Rechenzentren-Projekte würden Stromleistung im Ausmaß von rund 3400 Megawatt – das ist mehr als doppelt so viel wie der gesamte Jahresstromverbrauch in Niederösterreich – und Flächen in der Dimension von bis zu 50 Fußballfeldern benötigen. Derzeit gebe es rund 100 Anfragen, hieß es.
Neue Widmungskategorie
Kleine Rechenzentren bis 0,5 Hektar regeln die Gemeinden selbst. Für mittlere bis drei Hektar sind sie ebenfalls zuständig, aber künftig mit einer eigenen Widmungskategorie Bauland-Sondergebiet Rechenzentrum und in Abstimmung mit dem Land.
Große Projekte über drei Hektar steuert das Land in Zukunft direkt über Einzelstandortverordnungen, erklärte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). „Wir setzen uns dafür ein, dass es beim Netzzugang künftig eine Priorisierung zugunsten der öffentlichen und kritischen Infrastruktur gibt. Denn Versorgungssicherheit der Menschen hat immer Vorrang vor Rechenzentren“, sagte die Landeshauptfrau laut Landespressedienst.
„Wir wollen solche Datencenter nur in klar ausgewiesenen Regionen und keinen unkontrollierten Wildwuchs“, sagte ÖVP-Klubobmann Kurt Hackl. Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, wolle man frühzeitig reagieren.
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