„Equal Racing Day“

„Entscheidend sollte doch nur das Talent sein“

Motorsport
04.06.2026 16:56
Porträt von Ann-Sophie Walten
Von Ann-Sophie Walten

Anfang der Woche stand der Red Bull Ring ganz im Zeichen von „Equal Racing“ – einer Initiative der Österreichischen Lotterien und win2day, die den Grundstein für Frauen in den Spitzenklassen des Motorsports legen soll. Unterstützung von heimischen Motorsportgrößen inklusive.

„Für mich war es immer normal, gegen Männer zu fahren. Umgekehrt sollte es eigentlich auch so sein“, erinnert sich Corinna Kamper-Campisi zurück an ihre Zeit als aktive Rennfahrerin. Mehr als 15 Jahre sind vergangen, seit mit Ex-Rennpilotin Susie Wolff zuletzt eine Frau während eines Formel-1-Grand-Prix im Cockpit saß.

Zumindest während eines freien Trainings. Wann aber wird es also eine Frau an der Spitze der Königsklasse geben? Mit der Initiative „Equal Racing Day“ am Red Bull Ring, organisiert von den Österreichischen Lotterien und win2day, versuchte man, dafür den Grundstein zu legen.

Sichtbarkeit als Motor für Veränderung
„Der Motorsport kann es sich nicht mehr leisten, auf weibliches Potenzial zu verzichten“, verriet der Geschäftsführer der Lotterien Georg Wawer der „Krone“. Für GPDA-Präsident und Ex-Formel-1-Piloten Alexander Wurz ein wichtiges Projekt. „Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern das Talent.“

Denn gerade im Motorsport hat der ewige Vergleich zwischen dem männlichen und dem weiblichen Körper keinen Grip. „Rennen zu fahren ist vorwiegend ein Mindgame – dieser Vergleich ist keine Ausrede.“ Fügt noch hinzu: „Es wird vermutlich nicht von heute auf morgen passieren aber es braucht eine Plattform.“

Ivonn Simenova opfert für ihren Traum so einiges.
Ivonn Simenova opfert für ihren Traum so einiges.(Bild: HAMMERSCHMID)

Als Österreichs Nachwuchspilotin Ivonn Simenova im Formel-4-Boliden förmlich über den Ring flog, staunte auch Ex-Tennis-Ass Thomas Muster nicht schlecht. „Schon sehr beeindruckend, auch selbst einmal Rennluft zu schnuppern.“

Für ihren Traum, in der Königsklasse des Motorsports zu fahren, opfert die 15-jährige Simenova einiges. „Meine Familie sehe ich nur selten, aber ich weiß, dass es sich lohnen wird!“ Neben Simenova zählt auch F1-Academy-Pilotin Emma Felbermayr zu den heimischen Nachwuchshoffnungen, sicherte sich beim Hauptrennen in Montreal den zweiten Platz.

Emma Felbermayr startet für Audi in der Formel-1-Acadamy.
Emma Felbermayr startet für Audi in der Formel-1-Acadamy.(Bild: Instagram/emmafelbermayr)

Was Mädchen vor allem brauchen, sind viele weibliche Vorbilder. Diese Aussage, würde auch Kamper-Campisi unterschreiben, sieht die größten Herausforderungen abseits der Rennstrecke: „Sichtbarkeit ist entscheidend, denn sie schafft Vorbilder, Aufmerksamkeit und letztlich auch neue Möglichkeiten“. 

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