Vormacht sichern

China erwägt Exportstopp für moderne Solar-Technik

Elektronik
15.04.2026 12:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

China erwägt offenbar, die Ausfuhr moderner Solar-Technologie zu beschränken und so seine Vormachtstellung in diesem Bereich zu sichern. Ein solcher Schritt würde sich vor allem gegen die USA richten, wo Unternehmen wie der Elektroautobauer Tesla den Aufbau eigener Solarfabriken planen.

In der chinesischen Solarbranche wächst einem Reuters-Bericht zufolge die Sorge, dass US-Unternehmer wie Elon Musk die derzeitige Überkapazität in China ausnutzen könnten, um günstig an Ausrüstung und Fachwissen zu gelangen. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe Ausrüstung zur Herstellung hocheffizienter Solarzellen, die auf der sogenannten Heterojunction-Technologie (HJT) basieren.

Die Nachrichtenagentur hatte bereits im März berichtet, dass Tesla den Kauf von Ausrüstung zur Solarmodulherstellung im Wert von 2,9 Milliarden Dollar von chinesischen Zulieferern wie Suzhou Maxwell plant. Suzhou Maxwell beantragte bereits die Exportgenehmigung beim Handelsministerium. Musk erklärte, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf der USA decken, und Tesla verfolge das Ziel, bis 2028 eine Solarmodulproduktionskapazität von 100 Gigawatt in den USA aufzubauen.

Ausgedehnte Exportkontrollen
Fünf mit der Angelegenheit vertrauten Personen könnte ein Importstopp Teslas Pläne nun durchkreuzen.  Den Insidern zufolge haben Behördenvertreter bereits Gespräche mit Suzhou Maxwell Technologies geführt. Die Maßnahme würde die Exportkontrollen auf einen weiteren Technologiebereich ausweiten, in dem China führend ist.

„Ein Erfolg Teslas bei seinen Bemühungen könnte sich für Chinas weltweit führende Solarmodulhersteller als Albtraum erweisen“, hieß es in einer Analyse des auf die chinesische Regierungspolitik spezialisierten Marktforschungsunternehmens Trivium China diesen Monat. Und: „Peking wird nicht tatenlos zusehen, wie seine Industrieführer unbeabsichtigt die Industriepolitik rivalisierender Länder unterstützen.“

Die möglichen Exportbeschränkungen fallen mit den Vorbereitungen für den Gipfel zwischen den Präsidenten der beiden Länder Xi Jinping und Donald Trump im nächsten Monat in Peking zusammen. Beide Seiten sehen darin eine Chance, die Handelsbeziehungen zu stabilisieren.

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