Neue Inflationssorgen

Feuerpause wackelt: Iran sagt Friedensgespräche ab

Außenpolitik
20.04.2026 08:43
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Von krone.at

Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran ist am Montag gewachsen. Grund dafür sind neue Spannungen nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die Amerikaner. Es zeichnet sich bereits ein neuer wirtschaftlicher Schock ab.

Die iranische Regierung lehnt eine neue Verhandlungsrunde ab, die Washington vor dem Auslaufen der Feuerpause am Dienstag anstoßen wollte. Dies sei auf die „überzogenen Forderungen“ Washingtons zurückzuführen, wie iranische Staatsmedien berichteten.

„Man kann nicht die Ölexporte des Iran einschränken und gleichzeitig die Sicherheit für andere gewährleisten“, schrieb der Erste Vizepräsident des Iran, Mohammad Reza Aref, in den sozialen Medien. Trump hatte dem Iran gedroht, die USA würden jede Brücke und jedes Kraftwerk im Land zerstören, sollte Teheran seine Bedingungen ablehnen.

In dem Krieg, der sich nun in der achten Woche befindet, kamen seit seinem Beginn am 28. Februar ...
In dem Krieg, der sich nun in der achten Woche befindet, kamen seit seinem Beginn am 28. Februar Tausende Menschen ums Leben.(Bild: EPA/ROLEX DELA PENA)

Neuer Finanz-Schock zeichnet sich ab
Belastet durch einen festeren Dollar und die neuerliche Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist der Goldpreis am Montag um mehr als ein Prozent gefallen. Eine Feinunze verbilligte sich auf 4762,09 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 13. April.

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Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig.

Portfolio-Manager Thomas Altmann

Auf kräftige Gewinne an den Börsen am Freitag dürften angesichts der erneuten Eskalation der Lage in Nahost zum Wochenstart herbe Verluste folgen. Der Euro-Stoxx-50 startete mit einem kräftigen Minus von 1,38 Prozent auf 5974,30 Punkte. Der DAX gab rund eine Stunde nach Handelsstart um 1,38 Prozent auf 24.360,70 Zähler nach. „Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig“, kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC-Partners.

Energiepreise legten zu
Zudem legten die Energiepreise erneut zu: Der Preis für europäisches Erdgas ist am Montag nach einer Rücknahme der Öffnung der Straße von Hormuz durch den Iran deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf 41,02 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.

Die Spannungen trieben auch die Ölpreise an und ließen Inflationssorgen wieder aufleben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar. 

Pakistan fungiert in dem Konflikt als zentraler Vermittler.
Pakistan fungiert in dem Konflikt als zentraler Vermittler.(Bild: AFP/FAROOQ NAEEM)

US-Notenbankgouverneur Christopher Waller erklärte, der Konflikt werde die kurzfristige Inflation wahrscheinlich anheizen. Marktteilnehmer befürchten eine anhaltende Störung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf.

Der Vermittler Pakistan schien sich unterdessen auf die Gespräche vorzubereiten. In der Hauptstadt Islamabad wurde der öffentliche Verkehr eingeschränkt, Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen. Die US-Delegation sollte Montagabend dort eintreffen, einen Tag vor Ablauf einer zweiwöchigen Feuerpause.

US-Marine beschoss iranischen Frachter
In der Nacht auf Montag warf Teheran den USA die Verletzung der Waffenruhe vor. Grund sei der Beschuss eines iranischen Handelsschiffes im Golf von Oman. Dieses soll versucht haben, die US-Blockade zu durchbrechen. „Wir haben ihr Schiff vollständig in unserer Gewalt und sehen nach, was an Bord ist!“, wetterte Präsident Donald Trump in den sozialen Medien. Ein iranischer Militärsprecher sprach von „bewaffneter Piraterie“ und kündigte eine baldige Reaktion an. Das Schiff sei von China aus unterwegs gewesen. 

Schwerster Schock für Energieversorgung in der Geschichte
Der Iran-Krieg löste neben viel menschlichem Leid den schwersten Schock für die weltweite Energieversorgung in der Geschichte aus. Er begann mit US-israelischen Angriffen auf den Iran und einer israelischen Invasion im Libanon, worauf der Iran mit Raketen- und Drohnenangriffen reagierte.

Außerdem halten die USA eine Blockade iranischer Häfen aufrecht, während die Regierung in Teheran den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz sperrt. Wie aus Daten des Analysehauses Kpler hervorgeht, passierten am Samstag kurz vor der erneuten Eskalation mehr als 20 Schiffe die Meeresenge. Dies war die höchste Zahl seit dem 1. März.

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