Qualitätsmängel etc.

Jeder Zweite schickt bestellte Waren wieder retour

Wirtschaft
21.04.2026 11:51

Die Retourenquote im Onlinehandel ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen – vor allem Kleidung und Schuhwerk überzeugen oft nicht. Trotzdem nehmen Käufe bei Shein, Temu & Co. weiterhin stark zu – und das, obwohl in Artikeln immer wieder gesundheitsgefährdende Stoffe wie Blei, Cadmium, Weichmacher, sogenannte Ewigkeitschemikalien oder Bisphenol A (BPA) nachgewiesen werden.

Online-Billiganbieter aus Fernost boomen – doch die Qualität der Ware dürfte viele Konsumenten nicht überzeugen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Online-Einkäufer haben bestellte Waren wieder zurückgeschickt, zeigt eine Erhebung der Johannes Kepler Uni Linz (JKU). 2024 waren es 56 Prozent, 2023 noch 52 Prozent.

30.000 Pakete täglich von Temu
Auch aktuelle Branchenstudien bestätigen den Trend: In Österreich liegt die Retourenquote mittlerweile je nach Erhebung bei rund 44 bis 56 Prozent – mit weiter steigender Tendenz. Rund 30.000 Pakete täglich bekommen Österreicher allein von der chinesischen Billig-Plattform Temu geliefert.

Am häufigsten gehen laut „Konsument“ Bekleidung und Schuhe zurück. Der Hauptgrund für Retoursendungen ist die falsche Größe, gefolgt von Qualitätsmängeln oder geänderten Kaufentscheidungen.

Produkte zur Auswahl mehrfach bestellt
Als Treiber der Entwicklung gelten vor allem große Online-Marktplätze aus Fernost. Besonders beliebt: Temu, AliExpress und Shein. Diese Plattformen werben mit attraktiven Preisen, bieten täglich Tausende neue Artikel an und sind vor allem bei Jugendlichen beliebt.

Viele Stücke werden nur einmal getragen
Shorts für drei Euro, Kleider für sieben Euro, Schmuck unter einem Euro – „Ultra Fast Fashion“ macht’s möglich. Doch den wahren Preis zahlen Arbeiter in Billigstlohnländern, die für Hungerlöhne in Fabriken arbeiten. Jeden Tag landet tonnenweise Müll auf riesigen Deponien – auch, weil viele Kleidungsstücke nur einmal getragen und dann entsorgt werden.

Gefährliche Chemikalien in Shein-Kleidung
Dabei geraten Anbeter aus Fernost immer wieder in die Kritik. „Erschreckende“ Ergebnisse hat etwa ein Test auf Chemikalien von 56 Kleidungsstücken aus dem Repertoire der Billig-Onlineplattform Shein durch Greenpeace zutage gefördert.

Aufgrund günstiger Preise werden oft mehrere Varianten des ein und desselben Produkts bestellt. ...
Aufgrund günstiger Preise werden oft mehrere Varianten des ein und desselben Produkts bestellt. Davon wird ein Gutteil wieder retourniert, so die WKO.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Blei, Cadmium, Weichmacher
Besonders Outdoorjacken enthielten „Ewigkeitschemikalien“ der PFAS-Gruppe, die in der EU bereits verboten sind. Aber auch Blei, Cadmium und weitere Weichmacher wurden festgestellt. Am Dienstag wurde außerdem bekannt, dass in auf Shein erhältlichen Schnullern Bisphenol A (BPA) nachgewiesen wurde.

Sicherheitsvorschriften oft nicht beachtet
Für Waren, die in der EU verkauft werden, gibt es entsprechende Produkt- und Sicherheitsvorschriften, wie beispielsweise die CE-Kennzeichnung auf den Spielzeugen. Mehr als die Hälfte der in die EU bestellten Waren aus Drittländern (wie China oder Indien) entspricht diesen aber nicht. Viele auf Billigplattformen verkaufte Spielzeuge stellen zudem nachweislich ein Erstickungsrisiko dar.

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