An Bord geschmuggelt
5-Euro-Tracker verrät 500-Millionen-Kriegsschiff
Ein niederländischer Sender hat aufgedeckt, wie leicht es ist, die Position eines Kriegsschiffs nachzuverfolgen. Mithilfe von öffentlichen Informationen wurde ein Billig-Tracker an Bord geschmuggelt. Jetzt reagiert das Militär.
Standortdaten von Kriegsschiffen sind äußerst sensibel. Denn sie können Aufschluss über heikle Militäroperationen geben. Moderne Tracker-Technik kann daher Schiffen, die ihre Position geheim halten wollen, einen Strich durch die Rechnung machen. Zuletzt geschehen vor einigen Wochen, als ein Soldat über eine Fitness-App versehentlich die Position des französischen Flugzeugträgers Charles De Gaulle verriet.
Bei der Fregatte Evertsen, die diesen Flugzeugträger vor Raketenangriffen schützen soll, hat der niederländische Sender „Omroep Gelderland“ jetzt aufgedeckt, wie leicht es ist, mit einem Tracker gezielt die Position eines Kriegsschiffes aufzudecken.
Briefe werden nicht gescannt
Der öffentlich-rechtliche Sender machte sich die Poststelle des niederländischen Verteidigungsministeriums zunutze, die es Soldaten auf See ermöglicht, mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. Online gibt das Ministerium selbst Anweisungen zum Postversand an Kriegsschiffe. Aus diesen geht hervor, dass Pakete durch einen Scanner laufen, Briefumschläge aber nicht durchleuchtet werden.
Bluetooth-Tracker gelangte unbemerkt an Bord
„Omroep Gelderland“ schickte daher eine Postkarte in einem Kuvert an die niederländische Fregatte. Darin versteckt: ein Bluetooth-Tracker, der für fünf Euro im Internet zu erstehen ist. Unentdeckt gelangte die Karte an Bord der Evertsen, die Ende März in Heraklion, der Hauptstadt von Kreta, vor Anker lag.
Zwar wurde der Tracker beim Sortieren der Post an Bord gefunden, nachdem die Fregatte ausgelaufen war. Bis dahin ließ sich ihr Kurs aber bequem online verfolgen. Das Schiff fuhr zunächst entlang der Küste Kretas nach Westen und nahm dann Kurs nach Osten. Erst nach 24 Stunden ging der Tracker offline. Da befand sich das Schiff in der Nähe von Zypern. Ob es da schon in der Nähe des französischen Flugzeugträgers befand, der in dem Gebiet operiert, konnte nicht festgestellt werden.
Militär ergreift Maßnahmen
Obwohl das Schiff auf See verfolgt werden konnte, hätte dies kein operatives Risiko dargestellt, so das niederländische Verteidigungsministerium. Dennoch wurden aufgrund dieses „Vorfalls“ Anpassungen vorgenommen. So ist nicht mehr gestattet, Grußkarten mit Batterien zu versenden. Zudem werden die Richtlinien zu Militärpost überprüft.
„Omroep Gelderland“ weist darauf hin, dass die Recherche in Abstimmung mit dem niederländischen Militär durchgeführt wurde. Ziel war es, mögliche Schwachstellen aufzudecken. Genaue Standortdaten wurden nicht gefährdet, um die Sicherheit der Mission nicht zu gefährden.









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