Mehrere Investoren von OpenAI halten den ChatGPT-Entwickler einem Zeitungsbericht zufolge für überbewertet. Der Vorwurf: Das auf KI spezialisierte US-Softwareunternehmen soll sich „verzettelt“ haben.
Die jüngsten Strategieschwenks gefährdeten OpenAIs Führungsrolle gegenüber Konkurrenten wie Anthropic oder Google, schrieb die „Financial Times“ am Dienstag. Daher sei fraglich, ob die aktuelle Bewertung von OpenAI in Höhe von 852 Milliarden Dollar (rund 729 Milliarden Euro) gerechtfertigt sei.
„Das Unternehmen hat sich verzettelt“, zitierte die Zeitung einen frühen OpenAI-Investor. „Wenn man ChatGPT mit einer Milliarde Nutzern und Wachstumsraten von 50 bis 100 Prozent hat, warum diskutiert man über Firmensoftware und Programmierfunktionen?“
Starker Mitbewerb durch „Claude“ von Anthropic
Anthropic hatte in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen für die KI „Claude“ für Furore gesorgt. Diese sind auf eng umrissene Aufgaben spezialisiert und schüren Befürchtungen, dass klassische Firmensoftware von Anbietern wie SAP überflüssig werden könnte. Ein „Claude“-Modul kann den Angaben zufolge einen in der Programmiersprache „Cobol“ geschriebenen Code, der auf zahlreichen IBM-Großrechnern läuft, modernisieren.
OpenAI teilte auf Anfrage mit, die jüngste, 122 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde sei überzeichnet gewesen. „Sie wurde in Rekordzeit abgeschlossen und von einer breiten Gruppe führender globaler Investoren getragen, was das starke Vertrauen sowohl in unsere Ausrichtung als auch in die aktuelle Geschäftsdynamik und den langfristigen Unternehmenswert widerspiegelt.“
OpenAI gilt als heißer Börsenkandidat, Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen Ende des Jahres den Sprung an den Aktienmarkt wagen.
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