Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung. Auch im späteren Stadium gibt es wirksame Medikamente, wodurch die Patienten ihren Alltag gut meistern können. Oft ist es aber notwendig, nach einiger Zeit von Tabletten auf andere Therapieformen zu wechseln. Lesen Sie mehr dazu.
Durch Absterben von Nervenzellen im Gehirn kann der Botenstoff Dopamin (wichtig zur Steuerung und Koordination der Bewegungen) nicht bzw. in geringerem Maße produziert und ausgeschüttet werden. Erste Anzeichen sind vor allem Störungen der Motorik, wie verlangsamtes, kleinschrittiges Gehen oder Zittern einer Hand. Um die Beschwerden in den Griff zu bekommen, werden Medikamente verabreicht, die den Dopaminmangel ausgleichen. Anfangs erfolgt die Einnahme in Tablettenform.
„Die Krankheit verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich, Symptome verändern sich bzw. kommen neue hinzu. Daher ist es wichtig, dass sowohl behandelnde Neurologen als auch Angehörige darauf achten, ob neue Beschwerden auftreten“, erklärt OÄ Dr. Karoline Ostertag, Leiterin der Ambulanz für Parkinson und Bewegungsstörungen an der Klinik Hietzing.
Die Krankheit verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich, Symptome verändern sich bzw. kommen neue hinzu.

OÄ Dr. Karoline Ostertag, Leiterin der Ambulanz für Parkinson und Bewegungsstörungen an der Klinik Hietzing
Bild: Sima Prodinger
Wirkungsdauer der Tabletten wird kürzer
Da Parkinson-Medikamente keine heilende Wirkung haben, sondern dazu dienen, die Symptome zu kontrollieren, müssen sie bei Veränderung angepasst werden. Häufig lassen sich nach einigen Jahren die Bewegungsstörungen zunehmend schlechter beherrschen.
Die Tablettendosis muss daher laufend erhöht werden und die Abstände zwischen den Einnahmezeiten verkürzen sich. Für die optimale Wirksamkeit sind die Arzneien in zeitlichem Abstand zu Mahlzeiten einzunehmen – was für Betroffene kaum mehr zu bewältigen ist.
Wechselnde Phasen von guter Wirksamkeit der Arzneien und somit Beweglichkeit des Patienten („On“) und jener, wo die Tabletten nicht ausreichend wirken („Off“, mit Bewegungseinschränkungen bis zu Bewegungsunfähigkeit) bedeuten eine enorme Herausforderung im Alltag. Auch das Auftreten von Dyskinesien (unkontrollierte, überschießende Bewegungen) senkt die Lebensqualität.
Wechsel auf andere Therapieformen
„Die Fluktuationen entstehen vor allem durch die zunehmende Zerstörung der Nervenzellen, mitunter aber auch zum Teil durch abnehmende Wirkung der Medikamente“, so die Neurologin. Ein Umstieg auf gerätegestützte Therapien kann dies verhindern:
Als Faustregel, wenn es Zeit für einen Wechsel der Therapieform ist, gilt die sog. 5-2-1-Regel. Diese basiert auf folgenden Kriterien:
Bei Pumpensystemen wird der Wirkstoff (bzw. die Wirkstoffkombination) entweder mittels PEG-Sonde durch die Bauchdecke direkt in den Dünndarm oder über eine sehr dünne Nadel subkutan in das Unterhautfettgewebe verabreicht. Die Wirkstoffabgabe erfolgt dadurch gleichmäßig und essensunabhängig.
Dr. Ostertag: „Die Patienten müssen sich nicht mehr den Wecker stellen für die Einnahme der Tabletten, und die gleichmäßige Wirkstoffabgabe kann Schwankungen der Beweglichkeit verringern. Das steigert die Lebensqualität erheblich.“ Sie rät daher so früh wie möglich zu einer Umstellung. Denn neben Bewegungsstörungen können nonmotorische Symptome wie Verstopfung, nächtlicher Harndrang, unruhige Träume oder Depressionen auftreten und sehr belastend sein.
Eine weitere Therapieform ist die tiefe Hirnstimulation: Hier werden Elektroden im Gehirn implantiert, die elektrische Impulse abgeben. Diese kommt jedoch nur für Patienten unter 70 Jahren, ohne geistige Einschränkungen, zum Einsatz.
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