Kunstbahnrodler Jonas Müller hat mit 28 Jahren seine aktive Karriere im Eiskanal für beendet erklärt! Der Einsitzer-Silber-Gewinner der Winterspiele in Mailand/Cortina gab seine Entscheidung am Sonntag bekannt. Müller begründete seinen Rücktritt mit Motivationsproblemen.
„Der Erfolgshunger hat nachgelassen, es ist der richtige Zeitpunkt, ein neues Kapitel abseits des Leistungssports aufzuschlagen“, sagte der Vorarlberger, der 2023 in Oberhof Einsitzer-Weltmeister geworden war.
Weltmeister wurde er auch im Sprint in Winterberg 2019. Bei Europameisterschaften tritt der Vorarlberger als regierender Champion ab, nachdem er sich im Jänner in Oberhof zum dritten Mal in Folge Gold bei kontinentalen Titelkämpfen geschnappt hatte. Den EM-Titel im Einsitzer hatte er bereits in den Jahren davor in Winterberg und Innsbruck eingeheimst. Dazu kommt ein WM-Titel in der U23.
Olympia blieb lange ein Traum
Das Debüt im Weltcup hatte Müller Ende 2016 gegeben, auf sein erstes Antreten bei Olympia musste er dann aber fast zehn Jahre warten. Die Winterspiele in Peking hatte er verpasst, im damaligen Winter passte die Form nicht. Es sei rückblickend ein „extremer Dämpfer“ gewesen, meinte Müller nun. Jedoch: „Rückblickend hat mich das sogar stärker gemacht. Ich habe mein Mindset geändert, bin die Dinge weniger verbissen angegangen. Nichts muss, alles kann – mit der Einstellung ist die Leichtigkeit und in Folge auch die Qualität zurückgekehrt.“
2023 folgte der WM-Titel, 2024 wurde er auf der Heim-Bahn in Innsbruck erstmals Europameister. In Cortina gewann er neben Silber im Einsitzer auch Silber mit der Team-Staffel. Sich den „Traum“ vom Olympia-Start zu erfüllen, sei das ganz große Ziel gewesen, so Müller rückblickend.
Motivation für weitere Saison fehlt
Neun Siege im Weltcup hat der Bludenzer außerdem verbucht. Um auch künftig vorne mitzumischen, fehlt nun die Motivation. „Eine Saison dauert 14 Wochen, die Vorbereitung zieht sich über acht Monate. Ich müsste längst wieder voll trainieren, um Ansprüche stellen zu können.“ Rodel-Verbandschef Markus Prock zeigte für die Entscheidung Verständnis. Er wünsche Müller für die Zukunft nur das Beste. „Jonas hat dem Rodel-Sport mit seinen Leistungen zu einer noch größeren Bühne verholfen. Er hat das Team immer unterstützt, wird uns als Mensch und Sportler sicherlich fehlen und immer ein Teil der Rodel-Familie bleiben.“
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