Leser fragen

„Schwacher Beckenboden: was kann ich dagegen tun?“

Gesund - Leser fragen
26.05.2026 10:00

Leser fragen, Experten antworten zu den brennendsten gesundheitlichen Themen. Sandra K. (34): „Seit der Geburt meiner zwei Kinder fühlt sich mein Beckenboden schwach an. Beim Niesen oder Lachen verliere ich manchmal Urin, und ich habe das Gefühl, dass „unten“ etwas nicht mehr so ist wie früher. 

Univ.-Prof. Dr. Barbara Bodner-Adler, MSc, MBA Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe aus Wien: Was Sie beschreiben, ist alles andere als selten und keineswegs ein Schicksal, das Frauen einfach hinnehmen müssen. Harnverlust beim Husten, Niesen oder Lachen sind das klassische Bild einer Belastungsinkontinenz, das häufig nach Schwangerschaften und vaginalen Geburten auftritt.

Dabei werden Beckenbodenmuskulatur, Bindegewebe und die Haltestrukturen von Blase und Gebärmutter gedehnt oder überlastet – mit spürbaren Folgen für Alltag und Lebensqualität.

Der erste Schritt ist eine urogynäkologische Abklärung: Dabei wird nicht nur die Muskelstärke des Beckenbodens beurteilt, sondern auch untersucht, ob eine Senkung von Blase, Gebärmutter oder Darm vorliegt, was viele als Druckgefühl oder „Fremdkörpergefühl“ wahrnehmen.

Konservativ steht gezieltes Beckenbodentraining an erster Stelle, idealerweise unter professioneller Anleitung einer Physiotherapeutin. Viele Frauen machen dabei die Erfahrung, dass sie ihren Beckenboden bislang gar nicht gezielt anspannen konnten. Ergänzend bietet der EMS Pelvic Chair eine effektive Methode: Durch elektromagnetische Stimulation werden tief liegende Muskeln aktiviert, die mit klassischen Übungen schwer erreichbar sind.

Haben Sie Fragen?

Haben auch Sie ein gesundheitliches Anliegen, dann schreiben Sie uns einfach. Wir leiten Ihre Anfrage vertraulich an einen geeigneten Experten weiter. Ausgewählte Fragen werden im Gesund-Magazin und/oder Online anonymisiert veröffentlicht.

Reicht die konservative Therapie nicht aus, stehen operative Verfahren zur Verfügung, etwa minimalinvasive Eingriffe zur Stärkung der Blasenhaltestrukturen, die bei entsprechender Indikation sehr gute und langanhaltende Ergebnisse zeigen.

Wichtig ist auf jeden Fall: Je früher man handelt, desto besser die Ausgangslage. Sprechen Sie offen mit einer Urogynäkologin. Scham ist hier völlig fehl am Platz!

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